Episches Theater à la Brecht

In der Literaturwissenschaft gibt es Vertreter, die an Brechts Konzeption eines Epischen Theaters nichts Neues entdecken wollen und sie auf wenige Elemente zu reduzieren versuchen. Es gibt in der Literaturwissenschaft jedoch ebenso Vertreter, die Brechts Theatertheorie nebulös und verworren finden, und sie um jeden Preis als anti-aristotelisch bezeichnen wollen. Bekanntlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
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Doppelter Abschied von Kochberg

Mit dem Titel dieses Artikels hat auch Ulrich Kaufmann einen von ihm erschienen Aufsatz benannt. Erschienen ist der Aufsatz in einem Sammelband Jakob Michael Reinhold Lenz: Vom Sturm und Drang zur Moderne (2001). Herausgegeben wurde der Sammelband im übrigen von Andreas Meier. Inhaltlich versucht Kaufmann ein Gedicht von Volker Braun mit einem von JMR Lenz in Verbindung zu setzen. Beide heißen jeweils “Abschied von Kochberg”. Er gliedert seinen Aufsatz in drei Kapitel. Im ersten führt er zunächst ein wenig den Kontext und Inhalt des Gedichts von Volker Braun an. Im nächsten Kapitel tut er Selbiges für das Gedicht von JMR Lenz. Im dritten Kapitel schließlich, versucht Kaufmann eine Synthese der gedanklichen wie biographischen Belange zumindest rudimentär herbei zu schreiben.
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Der Jammerlappen

Anders als vielleicht der Puppenspieler ein Stück umfangreiche Prosa werden wird, so ist “Der Jammerlappen” ein dramaturgisches Traktat auf nur drei Seiten. Aus der Not machte ich eine Tugend. Alle Nase lang kommen mir Ideen, die ich nicht oder nur unzureichend ausarbeiten kann, weil mir die Zeit dazu nicht bleibt. Im Untertitel heißt der Jammerlappen: Ein kurzes Trauerspiel auf drei Seiten. Und genauso wurde dieses kurze Stück auf drei Seiten in drei Akten angelegt. Es treten insgesamt vier Figuren (“Die Mutter”, “Die Freundin”, “Gott” und natürlich “Der Jammerlappen”) auf, von denen einzig der Jammerlappen immer vorkömmt.

Was bin ich?

Es geht im Folgenden nicht um ein Ratespiel aus alten Fernsehtagen, dessen Übervater-Moderator, Robert E. Lembke, 1989 verstarb. Wenn wir in dem benötigten Kontext die Frage beantworten wollten, müssten wir gleich zwei hintereinander stellen: “Bin ich ein Mammut?” – “Bin ich ein Opossum?” Und schon wären wir mitten drin im Geschehen von Pixars neuem Streich in Sachen Eiszeit. Ice Age 2 läuft seit Anfang April in deutschen Kinos und am Samstag hatte ich Gelegenheit dazu, mich zum zweiten Mal von Otto als Synchronstimme der Faultierfigur Cid erfreuen zu lassen.
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Getrübtes Schaffen

Endstation Sehnsucht, so ließ ich eines meiner Gedichte aus der Jugendzeit lauten, das auch schon in diesem Blog in elektronischer Form vorliegt. Gleichwie ist der Arbeitstitel einer neuen Kurzgeschichte von mir mit denselben Lettern versehen worden. Der Titel suggeriert zunächst vielleicht einen falschen Eindruck, aber der Leser wird in der Verwunderung über den Inhalt der Erzählung am Ende hoffentlich nicht die Nase rümpfen. Doch noch ist sie im Entstehen und wird noch einige Tage auf sich warten lassen müssen. Trotzdem fand ich es besser, gerade diese Neuigkeit zu verbreiten, als überhaupt keine.

Game theory – the basics

I will try to summarize what I am learning this year in a sociology lecture on game theory. What is it all about? Obviously there is an inclusion of strategies, rules and all that used in computer games within the scoop of what game theory is analyzing. Everyone who wants to get into this topic has to think about some prerequisites first: what is the deal of game theory and what is it not. Games of Strategy, a textbook from Avinash Dixit and Susan Skeath is the basis for my learning and hence the article’s citations and links are related to this book in particular. I don’t know yet wether I will start summarizing this semestre’s German lectures on game theory as well but it could be possible that whenever I think there is some useful information I will publish it here, merely in German tongue then.
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Fürsprache für Studenten…

Hin und wieder kommt es vor, dass nicht nur jeder denkt, das Studenten den lieben langen Tag die Beine hochlegen. Ein literarischer Fürspruch findet sich in dem Stück Der Hofmeister von Jakob Michael Reinhold Lenz. Im vierten Akt, in der sechsten Szene tut der Musikus Rehaar folgendes Wort an einen Studenten richten, der noch in der Nacht zuvor bei der Tochter des Musiklehrers durchs Fenster gestiegen ist – doch, ein Schelm, wer dabei Böses denkt. Der nächtliche Aufstieg blieb nicht unbemerkt, und offenbar zerreißt man sich das Maul über Rehaars Tochter. Umso wohlwollender klingen die Worte Rehaars, die er an den Hallodri Pätus richtet:

“Was ist zu tun, man muß Geduld haben, ich sag immer, ich begegne keinem Menschen mit so viel Ehrfurcht als einem Studenten: denn ein Student ist nichts, das ist wahr, aber es kann doch alles aus ihm werden.”