Bedeutung und Sprachvergleich

So lautet die Kapitelüberschrift des 8ten Kapitels in Sebastian Löbners Semantikeinführung. Er geht darin exemplarisch auf einige Aspekte ein, die die Position des Strukturalismus noch ein Mal zur Diskussion stellen. Denn nach dem Strukturalismus ist jede Sprache in sich abgeschlossen. Diese Annahme möchte Löbner gerne auf die Probe stellen. Gibt es große Unterschiede, fragt er, oder

“[s]ind alle Sprachen doch im Wesentlichen gleich und erlauben es, dasselbe auszudrücken, über dieselben Dinge zu kommunizieren, nur eben auf die ihnen jeweils eigene Art und Weise?” (S. 230)

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Dekomposition – Teil 3

In Kapitel 7.4 Semantische Formeln führt Löbner in zwei Unterkapiteln zunächst zwei Ansätze jenseits der binären Merkmalsemantik ein, die jedoch beide auch dekompositorisch vorgehen und semantische Einheiten in ihre Teile aufgliedern. In Kapitel 7.4.1 ist dies Dowtys dekompositionale Semantik und im Kapitel 7.4.2 Jackendoffs Konzeptuelle Semantik. Beide Ansätze verwenden Dekomposition als grundlegendes Prinzip. Jackendoff geht jedoch, wie es bereits im Namen seines Ansatzes versteckt ist, davon aus, dass es sich bei Bedeutungen, ganz ähnlich der kognitiven Semantik, um kognitive Konzepte handelt, die im Gehirn in irgendeiner Weise angelegt sind.
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Dekomposition – Teil 1

Löbners 7tes Kapitel Dekomposition behandelt in der Tradition des strukturalistischen Paradigmas stehende Merkmalsemantik, die, wenn ich Löbner richtig verstanden habe, im Grunde mit Dekomposition gleichgesetzt werden kann. Zumindest ist das analytische Vorgehen gleichbedeutend. In diesem ersten Teil werde ich bis Kapitel 7.2 samt Unterkapitel einschließlich referieren.
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Prädikation

Das 6te Kapitel Prädikation aus Löbners Semantikeinführung erhält an dieser Stelle ebenso wie das 5te Kapitel nur Raum für einen Teil.

Der Hinweis vorweg sei erlaubt, dass die bislang geschilderten semantischen Phänomene und Begriffe hauptsächlich auf der Wortebene angesiedelt waren und es um Konzepte oder Beziehungen von und zwischen Wörtern ging. Löbner beschreibt im Folgenden mit dem Begriff der Prädikation ein semantisches Phänomen auf der Satzebene. Es stellt sich die Frage, was ist eine Prädikation? Ausdrücke, die Informationen über die Referenten eines Satzes liefern, können als Prädikationen bezeichnet werden (vgl. S. 155).
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Bedeutungsbeziehungen

Obschon das 5te Kapitel Bedeutungsbeziehungen in Löbners Semantikeinführung nicht weniger umfangreich ist als die vorhergehenden Kapitel, möchte ich dennoch nur einen Teil zur Resümmierung reservieren. Ein nicht unbeachtlicher Teil des Kapitels, bald die Hälfte sogar, nimmt ein Exkurs ein, der über Verwandtschaftsbezeichnungen im Deutschen Auskunft gibt, diese analysiert und zu nicht uninteressanten Ergebnissen auch im Vergleich zu anderen Sprachen kommt, die jedoch hier nicht wiedergegeben werden.
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Bedeutung und Logik – Teil 2

Der Abschnitt über den zweiten Teil wird bei weitem nicht so ausführlich wie der vorherige, auch wenn er für linguistische und semantische Fragestellungen sogar noch nützlicher ist als der erste Teil. – Löbner führt in 4.4 Aussagenlogik nur zwei von vielen möglichen Verknüpfungssymbolen ein. Auffallend ist, dass in diesem Kapitel zum ersten Mal anders herum argumentiert und präsentiert wurde, nämlich zuerst vom Satz aus und Löbner nun in 4.5 Logische Beziehungen zwischen Wörtern in seiner Analyse auf die Wortebene herunter steigt.
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Bedeutung und Logik – Teil 1

Das Kapitel 4 Bedeutung und Logik in Löbners Semantikeinführung lässt sich durchaus in zwei Abschnitte gliedern. Dieser erste Teil referiert recht knapp über die Unterkapitel bis einschließlich 4.3.

In der Einleitung zu Kapitel 4 schreibt Löbner:

“Die logische Herangehensweise an Bedeutung ist ein erster Schritt zur Untersuchung von Bedeutungsbeziehungen. Ausgehend von den Begriffen Wahrheit und Referenz in Kapitel 2 werden Sätze unter dem Gesichtspunkt ihrer Wahrheitsbedingungen betrachtet” (S. 80).

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Ambiguität

Kapitel 3 Ambiguität in Löbners Semantikeinführung habe ich nur in Teilen gelesen und möchte daher an dieser Stelle keine Zusammenfassung liefern. Löbners Vorgehensweise hat sich auch in diesem Kapitel nicht verändert. Zunächst beschreibt er semantische Phänomene immer erst für Wörter und Ausdrücke, die er in Kapitel 3.1 mit einem Fachbegriff benennend in Lexeme umtauft. Der Begriff leitet sich von Lexikon ab und weist auf den Aspekt hin, dass wir für derlei Einheiten grundlegende Konzepte gespeichert haben. Auf der Ebene der Lexeme führt Löbner die Begriffe der Homonymie, der Polysemie und der Vagheit ein.
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Deskriptive, soziale und expressive Bedeutung – Teil 2

Wie angekündigt, gibt es auf jeden Fall einen Teil 2, mit dem Hinweis darauf, dass es keinen dritten Teil zu diesem Thema (gesamtes zweites Kapitel in Löbners Semantikeinführung) geben wird. Wie ich schon an anderer Stelle ein Mal so schön schrieb: Aus Gründen der Zeitökonomie wird es mir nicht möglich sein, auf die Inhalte des 2ten Kapitels komplett einzugehen. Doch dazu später mehr. Fahren wir an der Stelle fort, an der wir zuvor mit dem Artikel “Deskriptive, soziale und expressive Bedeutung – Teil 1” geendet waren.
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