Praktikum beim Anwalt

Es folgt ein Praktikumsbericht, den ich während meiner Schulzeit im Februar 1998 anfertigen musste, als ich mein Praktikum bei einem Anwalt absolviert hatte. Auch bei diesem Praktikumsbericht gilt, dass ich ihn grammatikalisch und stilistisch auf Vordermann gebracht habe. Es folgen nacheinander die Beschreibung der Kanzlei, meiner Tätigkeit und die Auswertung meiner Tätigkeit. Entsprechend habe ich den Artikel auf 3 Seiten aufgeteilt. Auch hier muss der geneigte Leser den Artikel in der Einzelansicht öffnen, um durch die Seiten navigieren zu können. Wie Maibritt Illner immer so schön sagt: Viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Einsichten, dies aber erst zum Schluss.

Der Betrieb, in dem ich mein Praktikum gemacht habe, ist ein Dienstleistungsbetrieb, um es auf den Punkt zu bringen: eine Anwaltskanzlei. Eines jedoch vorweg, zu Beginn meiner Praktikumstätigkeit musst ich eine Verschwiegenheitsverpflichtung unterzeichnen, was bei Anwälten, Ärzten, sowie ein paar anderen Berufsgruppen verpflichtend ist. Diese Verschwiegenheitsverpflichtung habe ich als Anlage meinem Praktikumsbericht beigelegt (Der Leser wird auf die Dokumente verzichten müssen, da ich sie nicht einscannen werde).

a) Beschreibung des Betriebes

Unter der Leitung von Herrn Peter Frowein und seinem Sohn, Michael Frowein, der erst vor ein paar Monaten mit in die Kanzlei seines Vaters gekommen ist, besteht die Kanzlei nun schon einige Jahre. Sie hat bereits zwei Mal einen Mitarbeiter verloren; dabei handelte es sich um die Herren G. Schmackeit, welcher vor 5 Jahren gestorben ist, und um R. Niitsch, welcher sich von Herrn Frowein getrennt und selbständig gemacht hat. Des Weiteren sind in der Kanzlei eine Chefsekretärin, Frau Kirschbaum, eine Halbtagskraft – ebenfalls als Sekretärin, Frau Kaiser und 2 Auszubildende, Nadine und Janine, beide 18 und in der Ausbildung zur Rechtsantwaltsfachgehilfin, in der Kanzlei angestellt. Insgesamt sind demnach 6 Leute in der Kanzlei Frowein tätig. Eine Ausbildung bei einem Anwalt dauert 3 Jahre, in denen man nebenher auf die Berufsschule gehen muss. Die nächstgelegene Berufsschule für den Ausbildungsberuf der/des RechtsanwaltsfachgehilfIn befindet sich für Remscheid und Umgebung in Wuppertal. Herrn Froweins Kanzlei ist nicht nur ein Ausbildungsbetrieb in dem Sinn, als Herr Frowein dazu bereit ist, Auszubildende auszubilden, sondern auch gerne immer bereit ist, Praktikanten in seinen Betrieb aufzunehmen.

Die Aufgaben in der Kanzlei sind klar verteilt, die Chefsekretärin Frau Kirschbaum trägt neben den Anwälten die meiste Verantwortung, sie ist u. a. für die Buchführung und die meiste Post der Kanzlei zuständig. Auch entscheidet sie, wann Mahnbescheide geschickt werden und leitet alles dazu Notwendige in die Wege. Frau Kaiser, die nur halbtags in der Kanzlei arbeitet, tippt die anfallende Post und nimmt mitunter den einen oder anderen Anruf entgegen. Für letzteres sind eigentlich die Auszubildenden verantwortlich. Ebenso empfangen sie die Klienten, kümmern sich um deren und die Bewirtschaftung der Anwälte. Des Weiteren gehen sie einer leichten Büroarbeit nach und werden im Laufe ihrer Ausbildung an immer neue Aufgaben heran geführt; dies geschieht im Sinne der Ausbildung. Sie werden darin unterrichtet, bestimmte Formulare auszufüllen und in der Berufsschule werden sie in den grundlegendsten Kenntnissen im Umgang mit Recht und Gesetz unterwiesen. Die Finanzen der Kanzlei verwaltet, wie bereits erwähnt, Frau Kirschbaum. Sie führt die Bücher der Kanzlei, und ist dann bei einer Steuerprüfung dazu angehalten, sich mit den Steuerprüfern „herumzuärgern“. Während meiner Praktikumszeit habe ich eine solche Steuerprüfung in der Kanzlei miterlebt. Ein Anwalt hat aber nicht nur Einnahmen, sondern auch Ausgaben. Wenn man von den kleineren Aufwendungen für Bürobedarf absieht, kommt die Vorauszahlung von Zeugengebühren und Gerichtskosten öfter vor. Auch ist es nicht selten der Fall, dass der eigene Klient in Zahlungsverzug gerät oder gar überhaupt nicht zur Zahlung bereit ist. In so einem Fall kommen auf die Kanzlei die Kosten für Mahnbescheide und Verfahren gegen die eigenen Klienten hinzu. Ein ganz erheblicher Teil kommt der Post zu, die aus der Kanzlei verschickt werden muss. Damit jedoch nicht hunderte von Briefmarken geleckt und aufgeklebt werden müssen, verfügt die Kanzlei über eine „Postalia“, ein Gerät zum Durchziehen der Briefe, welche von der Postalia mit Stempeln und Wertaufdrucken versehen werden. So kommen im Monat alleine ein bis zweitausend Mark an Kosten für den Versand von Briefen zustande, die Einschreibesendungen und die ausgehenden Nachnamesendungen nicht mitgerechnet.

Die Arbeit eines Anwalts ist manchmal hektisch und stressig, steht jedoch, wie ich finde, in keiner Relation zum Verdienst eines Anwalts. Da ein Rechtsanwalt selbständig ist, kann man das monatliche Einkommen nicht genau beziffern, es dürfte aber im Bereich von 10.000 DM und mehr im Monat liegen, eher mehr. Die Kanzlei bearbeitet hunderte von Fällen gleichzeitig, das hört sich viel an, ist es aber nicht, denn Gerichtstermine werden selten in einer Zeit unter 2 bis 6 Monaten anberaumt und so kann die Kanzlei die vielen Fälle durchaus terminlich koordinieren. Je höher der Streitwert in einem Gerichtsverfahren ist, desto höher sind auch die Einkünfte des Anwalts, weil dieser einen Anteil am Streitwert erhält, ähnlich einer Provision für gelungen Transaktionen in der Wirtschaft. Zudem gibt es eine Gebührenordnung, die festlegt, wie viel ein Anwalt für verschiedene Aufgaben in Rechnung stellen muss. Dies ist notwendig, damit die Preise eine faire Basis für alle bieten. Der Kostenaufwand, den ein Anwalt insgesamt hat, ist nicht mit dem Gewinn, den er einstreicht zu vergleichen. Genaueres hierzu kann ich für die Kanzlei, in der ich mein Praktikum absolviert habe nicht sagen, da man mich nicht zu sehr in die finanziellen Geheimnisse eingeweiht hat.

Das Berufsbild des Rechtsanwalts ist klar formuliert. Sowohl Anwalt wie auch Richter oder Staatsanwalt, haben die gleiche Grundausbildung in Form eines Jurastudiums an einer Hochschule zu absolvieren. Überdies beinhaltet die Lehrzeit eine praktische Ausbildung unter der Obhut eines Gerichts oder Anwalts. Hinzu kommt, dass sich ein Anwalt erst nach ein paar Jahren Berufserfahrung und dem Nachweis bestimmter „gewonnener sowie verlorener“ Fälle, auf einem Gebiet spezialisieren darf, z. B. auf den Beruf des Anwalts für Wirtschaftsrecht oder ähnliches.

b) Beschreibung der Praktikumstätigkeit

Um die Tätigkeiten in der Anwaltskanzlei ein wenig zu umreißen, würde ich sagen, dass ein großer Teil der Arbeit sich als Büroarbeit bezeichnen ließe. Wie bei jedem Praktikum ist die Zeit begrenzt und der Praktikant wird von seinem Betrieb innerhalb des Praktikums in möglichst viele Bereiche der Arbeit eingeführt – so sollte es zumindest sein. Die Tätigkeiten, die ich in der Kanzlei auszuführen hatte, waren vielfältig. Der Bereich der Büroarbeit, umfasst Dinge wie Kopieren, Gerichtspost sortieren, die Arbeit mit Akten, das Heraussuchen von Fristen, das Bereitstellen von Akten zu bestimmten Gerichtsterminen, die Arbeit mit der Post im Allgemeinen und andere Dinge mehr. Die Arbeit mit den Akten umfasst das Anlegen neuer Akten, so wie das Ablegen alter Akten und das Auffinden von Akten zu vorgegebenen Terminen und Fristen. Neue Fristen wurden in ein dafür vorgesehenes Buch eingetragen. Auch wurden mir einige Akten, die man wegen ihres paradigmatischen Charakters für empfehlenswert hielt, zum Lesen vorgelegt. Beim Lesen der Akten kommt man mit dem sprachlichen Register der Anwaltssprache in Berührung und erweitert auf diese Weise auch seinen eigenen Wortschatz. In den Akten selbst sind Gutachten, schriftlich festgehaltene, polizeiliche Zeugenbefragungen, Vollmachten und anderes mehr enthalten. Neben der Bürotätigkeit oblag mir manchmal der Empfang der Kunden und zudem, wie wahrscheinlich überall, mancher Botengang. Sei es, um neues Büromaterial zu kaufen oder um in der Stadtbücherei, im Archiv des Bundes-Anwalts-Blattes nach Gesetzestexten zu suchen. Jeden Tag galt es, den Gang zum städtischen Amtsgericht und zur Post zu erledigen. Beim Amtsgericht waren die Gerichtspost abzugeben und neue abzuholen, so wie Gerichtsmarken für die Frankierung von Mahnbescheiden zu kaufen. Natürlich musste ich diese Botengänge nicht alleine erledigen, sondern hatte zur Aufsicht immer eine der beiden Auszubildenden dabei. Es kam auch vor, dass wir zu Kartellterminen sehr früh beim Amtsgericht sein mussten und dort dann Kartellzettel abzugeben und Kartelltermine einzutragen hatten. Bei der Post mussten wir die täglich ankommende Post aus dem Postfach und eventuelle Nachnamesendungen abholen. Der Umgang mit der Post ist verantwortungsvoller, als er auf den ersten Blick erscheinen mag. Beim Sortieren sollte tunlichst nichts schief gehen. Das Einsortieren selbst, war nicht unbedingt ein großes Problem, vielmehr der Umgang mit etwaigen anberaumten Gerichtsterminen, diese nicht zu übersehen und sorgsam in ein dafür vorgesehenes Buch einzutragen, erwies sich, vor allem wenn man es noch nicht wusste, als schwierig. Ebenso kam es vor, dass wir im Archiv im Keller ältere Akten heraus suchen durften, da ein Fall wieder aufgerollt wurde oder der/die KlientIn bloß darin enthaltene Unterlagen benötigte. Eine Anwaltskanzlei ist allerdings nur über einen Zeitraum von 5 Jahren dazu verpflichtet, die abgelegten Akten zu verwahren.

Besonders interessant waren die Gerichtstermine, denen ich beiwohnen durfte, denn sie gaben mir den größten Einblick in die Tätigkeit des Rechtsanwalts. Es war durchaus interessant, den Gesprächen zwischen Vertretern des Anklägers und des Verteidigers, so wie des Richters zu lauschen. Ich durfte insgesamt 3 verschiedenen Fällen beiwohnen. Zunächst im Arbeitsgericht in Wuppertal-Barmen, dann im Amtsgericht in Remscheid und außerdem im Amtsgericht in Wipperführt. Der Ablauf dieser Verhandlungen, habe ich von den Anwälten gehört, ist im Großen und Ganzen immer derselbe, wird also zum Teil auch zur Routine. Ich wohnte z. B. einem Prozess bei, in dem es um die fristgerechte Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ging und in diesem Fall sogar um eine Abfindungszahlung in Höhe von 10.000 bis 15.000 DM. Anwesend waren lediglich die Anwälte von Kläger und Beklagtem, so wie der Richte. Der zweite Prozess, dem ich beiwohnen durfte, war eine Strafsache, in der es um Beamtenbeleidigung ging. Verurteilt wurde ein Mann zu einer Zahlung eines Bußgeldes, jedoch wurde er nicht rechtskräftig wegen Beamtenbeleidigung verurteilt und somit wird dieses Delikt nicht in seiner Strafakte auftauchen, und insofern er es noch nicht war, würde er weiterhin als nicht vorbestraft gelten. In diesem Prozess wurde nur ein Zeuge angehört, obgleich ein zweiter evtl. zur Verfügung gestanden hätte. Allerdings war die Aussage des ersten Zeugen schwer belastend für den Täter, der von Herrn Michael Frowein, Anwalt in der Kanzlei in der ich mein Praktikum absolvierte, vertreten wurde. Der Mandant beteuerte jedoch wiederholt seine Unschuld. Im Zusammenhang mit diesem Fall habe ich von den Anwälten erfahren, dass die Gelder aus solchen Verfahren gemeinnützigen Organisationen gespendet werden und nicht dem Staat zu Gute kommen. Im dritten Fall, dem ich als Praktikant beiwohnen durfte, handelte es sich um einen Zivilrechtsprozess. Eine ältere Dame war in einem Supermarkt auf einer zermatschten Möhre ausgerutscht und hat bleibende Schäden davon getragen. In diesem Fall wurde ebenfalls eine Zeugin gehört, die zu Gunsten der Mandantin von Herrn Frowein aussagte und wahrscheinlich entscheidend am Urteil beteiligt sein wird, dieses steht noch immer aus und wird erst in ein paar Monaten gefällt werden. Es kommt vor, dass bei einem Gerichtstermin keine Einigung erzielt wird, oder dass die Anwälte zunächst eine Bestandsaufnahme unternehmen und deshalb mehrere Verhandlungen notwendig sind, bevor es zu einem Urteilsspruch kommt.

Zu meiner Arbeitszeit lässt sich Folgendes sagen: Ich durfte montags bis freitags von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr und von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr in der Kanzlei mein Praktikum ausüben. In der Zeit zwischen 12:00 Uhr und 14:00 Uhr war für alle Pause. In der letzten Praktikumswoche hat mich Frau Kirschbaum allerdings schon immer früher gehen lassen, so gegen 16:00 Uhr, weil in dieser Woche nur wenige Termine ausstanden, zudem beide Auszubildende in der Kanzlei arbeiteten und sich somit für mich nicht viele Möglichkeiten zur Hilfestellung ergaben. Die Arbeitsplatzbedingungen waren durchweg positiv zu bewerten. Sitzmöglichkeiten gab es genug, die Raumtemperatur war stets angenehm warm und frische Luft von draußen kam immer wieder durch die vielen Fenster hinein. Lediglich am Nachmittag, wenn die Klienten ihre Termine wahrnahmen, kam es im Wartezimmer, bei hohem Nikotinkonsum, schon mal zu etwas stickigerer Luft. Ein Mal war es sogar das Parfüm einer Dame, das der ganzen Belegschaft Kopfschmerzen bereitete, weil dieser penetrante Duft in alle Zimmer drang. Eine Toilette gab es selbstverständlich und während meiner Arbeitszeit war mir das Essen und Trinken erlaubt. Außerdem empfand ich die Arbeit zu keinem Zeitpunkt als zu anstrengend, als dass ich sie nicht hätte ausführen können.

c) Auswertung der Praktikumstätigkeit

Den Anforderungen, die an mich gestellt wurden, konnte ich ohne große Probleme entsprechen. Wie bereits beschrieben, handelte es sich hauptsächlich um Büroarbeit und eben den Besuch der drei beschriebenen Gerichtstermine. Die Arbeit stellte in dem Sinne, zumal es sich hier um keine körperlich anstrengende Arbeit handelte, keine Belastung für mich dar. Die Freundlichkeit, mit der ich in der Belegschaft empfangen wurde, hat mich überrascht. Vor meinem Antritt habe ich mir viele Gedanken über die Situation gemacht, wie ich mit den Angestellten dort klar käme. Die Sekretärin Frau Kaiser hatte in den ersten Tagen einen Kuchen mitgebracht, da sie zuvor Geburtstag gehabt hatte und auch der 60te Geburtstag des Chefs der Kanzlei, Herrn Peter Frowein, fiel in die Zeit meines Praktikums. Dem Anlass entsprechend setzten wir uns eine Weile zusammen und feierten den Augenblick kurz. Als sei dies noch nicht genug der Feierlichkeiten, habe ich einen Teil der Hochzeitsvorbereitungen Michael Froweins (Junior) miterlebt; ich schrieb u. a. ein FAX und entwarf eine Gästeliste. Lediglich am Ende der zweiten Woche und zu Beginn der dritten, gab es kurzzeitig Probleme mit einer der beiden Auszubildenden, weil diese sich offensichtlich durch meine Anwesenheit in irgendeiner Weise benachteiligt fühlte. Ich kann dies zum Teil nachempfinden, u. a. wenn ich sehe, dass ich manche Dinge in 3 Wochen mitbekomme, auf die eine Auszubildende ein gutes Stück ihrer 3 Ausbildungsjahre warten muss, ehe sie sie erlebt. Ich durfte mit zu Gerichtsterminen, was den Auszubildenden bislang noch vorenthalten geblieben war, obwohl sie bereits über ein halbes Jahr in der Kanzlei angestellt waren. Die Probleme legten sich schnell wieder, und so wurde der Abschied noch genauso freundlich, wie der Empfang. Äußerungen von Herrn Frowein junior in unserem Beisein, bezüglich einiger seiner Klienten, ließen den Schluss zu, dass ein Anwalt ein Mensch ist, wie jeder andere auch; das lockerte die Stimmung insgesamt auch auf.

Die Erfahrungen, die ich während meines Praktikums sammeln durfte, haben mir durchaus genauere Vorstellungen von der Arbeitswelt, aber auch vom Beruf des Anwaltes oder des Rechtsanwaltsfachgehilfen vermittelt. Mir war klar, dass ich dort nicht selbst die Rolle des Anwalts würde übernehmen können und das hatte ich auch nie vorgehabt. Demnach wurden meine Erwartungen vollends erfüllt. Lediglich die Arbeitszeiten bedurften einer gewissen Zeit der Umstellung. Die Möglichkeit, die einem in der Schule gegeben ist, sich die Zeit frei einzuteilen, für Hausaufgaben beispielsweise, ist dort am Arbeitsplatz nicht in dem Maße gegeben. Manche Aufgaben müssen sofort erledigt werden und dulden keinen Aufschub. Die Arbeitszeit als solche war für mich nicht nur anfangs, sondern auch im Nachhinein eine große Hürde, die es in meinem späteren Berufsleben noch zu nehmen gilt. Ich habe gesehen, dass ich durch die Arbeit meinen persönlichen Tagesplan umstellen und zum Teil meine privaten Aktivitäten zurückschrauben musste. Gefreut habe ich mich dann immer auf das bevorstehende Wochenende, wohl noch intensiver, als während der Schulzeit. Die Zeit im Praktikum war deutlich anders, als die Zeit in der Schule. Im Blick auf die Zukunft ist die Schulzeit nahezu stress- und sorgenfrei. Das zumindest hat mir das Praktikum vermittelt.

Was ich jedoch nicht sagen kann ist, dass meine Zielrichtung in Hinblick auf meine spätere berufliche Laufbahn klarer geworden ist. Ich habe dieser Erfahrung gemacht und werde mich später darauf stützen können. Doch geholfen, meine Interessen stärker hervorzuheben, hat mir das Praktikum nicht. Das liegt wohl auch daran, dass ich ein ziemlich unentschlossener Mensch bin, doch ohne diese angenäherte Berufserfahrung würde mir, glaube ich, später die Entscheidung noch schwieriger fallen. Ich werde im Laufe der Zeit Entscheidungen treffen müssen, die unumgänglich sind und gewisse, grobe Zielrichtungen hatte ich zuvor bereits gehabt. Ich habe vor zu studieren und werde die Erfahrung, die ich aus dem Praktikum gewonnen habe, wohl bei der Auswahl der Studienfächer gewinnbringend einsetzen. Ich habe nicht den Eindruck vermittelt bekommen, dass das Berufsbild des Anwalts absolut nicht das ist, was mir für später vorschwebt, aber vollkommen überzeugt, haben mich die Einsichten aus dem Praktikum ebenso wenig. In den letzten 3 Wochen habe ich ein wenig von der Juristerei miterleben dürfen und gesehen, wie schwierig oder wie einfach es manchmal sein kann, Recht zu sprechen. Alles in Allem war es eine schöne, erfahrungsreiche Zeit. Ich kann nur jedem empfehlen, ein Praktikum zu machen und finde es gut, dass unsere Schule die Möglichkeit dazu anbietet.

20 Comments

  1. also ich finds gut verfasst.. ich muss auch so ein praktikumsbericht schreiben…mich interessiert es nur welche note er darauf gekriegt hat:)

  2. @cicim: Ich hab damals ne 2 dafür gekriegt. Aber der Text, den ich damals geschrieben habe, auf Papier, ist nicht derselbe, den ich hier online präsentiert habe. Ich habe die Onlineversion quasi “verbessert”. Damals ist übrigens Jahre her. Hab 2000 mein Abi gemacht und puh… in Klasse 10 war glaube ich das Praktikum.

  3. Hi,
    ich mache im Moment auch ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei und ich kann dir in vielen Dingen zustimmen.
    Botengänge,ablaufende Fristen,Arbeitszeit,neidische Angestellte…
    Trotzdem macht mir das Praktikum Spaß.Ob ich später allerdings mal Anwältin werde, weiß ich noch nicht

  4. hi alexander
    has du im Abitur auch ein praktikum beim rechtsanwal gemacht??ich würde geren wissen worüber du deine facharbeit geschrieben hast…

  5. Hallo Anna-Lena,

    also ich habe 2000 mein Abitur gemacht und zu der Zeit musste man – ich war der letzte Jahrgang – noch keine Facharbeit schreiben. Ich hab dann erst später an der Uni Seminar- und Hausarbeiten geschrieben, die von der Form her Facharbeiten entsprechen, jedoch umfangreicher sind als eine Facharbeit. Die Facharbeit soll ja den Schülern gerade das spätere Verfassen von Seminararbeiten einüben lassen. An der Hochschule sind solche Texte die Grundlage des wissenschaftlichen Diskurses. Wenn du irgendwelche Fragen hast, kann ich dir ja vielleicht trotz allem helfen.

  6. Ach joo..ich mache jetzt in kürze mein Praktikum beim Anwalt und die Facharbeit werde ich in Deutsch schreiben…wahrscheinlich über die Fachsprache der Juristen doch genügend Informationen habe ich noch nicht…du hättest mir ja vielleicht ein Tipp geben können über ein Thema oder so…würde mich echt freuen..

  7. sehr umfangreicher Text gefällt mir beeinhaltet viele wichtige Details. >>Prima!
    was ist germanistik? über was geht das

  8. Das kommt drauf an, an welcher Uni du es studierst und welchen Schwerpunkt du setzt. Germanistik kann mehr Literaturwissenschaft/-geschichte sein, aber auch mehr Sprach-/Medien-/Kommunikationswissenschaft. Ist ein weites Feld, wie Fontane sagt. Klassischerweise hat es aber eher mit der Literatur zu tun. Aber hier an der RWTH ist die Germanistik in Teilen recht modern…

  9. Also ich werde nächsten Monat ein Praktikum machen, und möchte wissen was man so anzieht.
    Danke.

  10. Ich denke nicht, dass man besonders schick hingehen muss. Kommt aber auch auf die Kanzlei an. Normales, biederes bis langweiliges Auftreten wäre mein Vorschlag.

  11. Ich habe am 18.01.2010 mein berufspraktikum als Rechtsanwalt angefangen und dieser endet am 29.01..
    Ich gehe in die 11.Klasse und uns wurde gesagt, dass wir während unserer Anwesenheit im Praktikum auch eine Mappe anfertigen müssen, welche später als eine normale Klausur in Politik bewertet wird..
    Ich muss außerdem ein SACHTHEMA auswählen was mit dem Beruf und der Tätigkeit als Anwalt zu tun hat, diese muss 3,5 Seiten lang sein…
    Daher wollte ich mal fragen, ob ihr ein paar Ideen habt, welches Thema ich nehmen könnte..
    Die kanzlei die ich besuche ist eine Kanzlei für Strafrecht

    Ich bitte um Antwort :)) Danke im vorraus.
    medya

  12. Ich mache grad auch in einer anwaltskanzlei mein praktikum, aber gefallen tut’s mir nicht,
    so wie man mitkriegt wie die leute gegenseitig übersichher reden .. sowas gefällt mir absoulut nicht, ich krieg wohl auch durch den anderen praktikanten mit das die betreuer über mich reden

  13. Ich mache auch ein Praktikum beim RA und da macht es mir wirklich viel Spaß, weil ich relativ viel machen kann und auch zu Gerichtsverhandlungen mitgenommen werde und bei Besprechungen mit Mandanten dabei sein darf. Das, was die Fachangestellten machen und den allgemeinen Ablauf bekomme ich so auch mit und darf da auch stark mitwirken.
    Die Kleidung ist schlicht und langweilig, aber eben vornehm und schick.
    Das Klima in der Kanzlei ist auch gut, Zickereien unter den Auszubildenden gibt es auch, die Rechtsanwälte bekommen das aber eigentlich nicht mit.Es ist also nicht extrem.

  14. ich mache grade mein praktikum in einer kanzlei und ich finde es auch toll. die leute sind nett und siezen mich. ich bin begeistert von der einstellung aller mitarbeiter und wollte schon mit sechs jahren rechtsanwältin werden 🙂 das hat sich bis heute nicht geändert 🙂 der kleidungsstil ist schlicht aber frei..das einzige was hier nicht gebilligt wird ist ein ausschnitt bis zum bauchnabel oder zu kurze kleidung. ich darf überall hin mit und habe meinen eigenen schreibtisch. ich liebe es hier und finde es voll schade dass morgen alles schon wieder vorbei ist…natürlich kehrt nach einer weile routine in das alltagsleben eines anwalts ein aber das ist meiner meinung nach gar nicht mal so schlimm. ich habe eine tolle einsicht in den arbeitsalltag bekommen und bin sehr dankbar für dieses praktikum 🙂

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