Verbindung von sozialem und symbolischem Raum

Im Nachhinein betrachtet hat die Lektüre dieses Aufsatzes Sozialer Raum, symbolischer Raum aus Bourdieus Buch Praktische Vernunft vor allem als einführende Erläuterung, als Vorstellung Bourdieus Konzept des sozialen Raums gedient. Der Aufsatz entspricht in einem ersten Teil einem Vortrag, den Bourdieu 1989 in Japan gehalten hat, und in einem zweiten Teil einem Vortrag, den er im selben Jahr in Ost-Berlin gehalten hat. Doch beginnen wir vorne…
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Struktur von Erkenntnisweisen

Um genauer sagen zu können, wie die Verknüpfung von Klassenlage zu Lebensstilen funktioniert, geht Müller den Weg, dass er dem Leser diesen Bereich im dritten Kapitel Geschmackskulturen und Lebensstile näher zu erläutern versucht. Es geht zunächst um die Grundlage jedweder Bewertung und jedweden Geschmacks, der Erkenntnis. Das Feld der Erkenntnis, eine strukturtheoretische Betrachtungsweise von Erkenntnisprozessen will Müller an dieser Stelle vorstellen. Bei Bourdieu gibt es unter dem Begriff der Doxa subsumiert ein Sammelsurium von unhinterfragten und unhinterfragbaren (so scheint es zumindest) “sozialen Konventionen, wie Sitten, Gebräuche, Werte und Normen” (S. 174).
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Klasse und Klassifikation

Die beiden in der Überschrift erwähnten Begriffe sind der Marxschen Theorie entlehnt und weisen darauf hin, dass Müller in seinem Aufsatz Bourdieus Ansichten auch immer wieder in die Nähe von Marx rückt. Warum schreibt Müller in diesem dritten Abschnitt Soziale Klassen und Klassifikationen nun wieder von Klassen, während er zuvor von Feldern und Kapital schrieb? Nun, er möchte, weil er zuvor angab, mit den Feldern die horizontale Dimension des sozialen Raums zu betrachten, wieder dazu kommen, die vertikale Dimension einzuspannen.
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Feld, Kapital = Nutzung, Ressource?

Ganz so einfach lässt sich an dieser Stelle kein Analogieschluss führen, selbst wenn die Überschrift des zweiten Abschnitts in Müllers zweitem Kapitel Soziale Felder und Kapitalsorten: Gesellschaftliche Ressourcen und ihre Nutzung lautet. Auf jeden Fall wird damit angedeutet, in welche Richtung es in diesem Abschnitt geht. Während zuvor noch die triadische Formel Struktur-Habitus-Praxis erläutert und darüber hinaus das Konzept des sozialen Raums angedeutet wurde, geht es jetzt mit einem etwas genaueren Blick zu schauen, welche Möglichkeiten des Austausches von Kapital vorhanden sind und welche Strukturen dahinter stehen. Müller nimmt aus diesem Grund Bezug auf den Bourdieuschen Feldbegriff. Er verkürzt jedoch in seiner Interpretation soziale Felder auf Gebilde, die entlang der horizontalen Achse im sozialen Raum aufgespannt seien (vgl. S. 165). Er vereinfacht die Darstellung, was ein Feld sei auf das Vorhandensein eines, wie auch immer gearteten, Kapitalmarktes, den zugehörigen Akteuren und deren Interessen und Strategien (vgl. ebd.).
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Habitus zwischen Struktur und Praxis

Pierre Bourdieus Konzept des Habitus half dem 2002 verblichenen französischen Soziologen “die Konstitution und Reproduktion sozialen Lebens zu verstehen” (S. 163). Der Habitus gilt als Bindeglied zwischen der objektiven Struktur und der subjektiven Praxis und sollte, in den Augen Bourdieus, die blinde Dichotomie von Subjekt- und Objektzentriertheit als Wahlmöglichkeiten von wissenschaftlichen Paradigmen überwinden helfen. Es gilt die Formel: Struktur-Habitus-Praxis unter der Vorausseetzung der “Universalität von Status- und Klassenkämpfen” (ebd.). Soll heißen, die Kämpfe die ausgetragen werden, gehorchen alle denselben Prinzipien. Kein Kunstgriff, aber ein Hilfsmittel, das diese Universalität sichert, ist die Ökonomie der Praxis, das Annehmen von unterschiedlichen Kapitalsorten, die in den verschiedenartigsten Kämpfen dazu führen, dass dennoch dieselben Mechanismen wirken, jene die auf den Prinzipien des Kapitals fußen. Wie aber reproduziert sich das soziale Leben mithilfe der angegeben Formel?
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Pierre Bourdieus Soziologie

Wer Pierre Bourdieu nicht kennt, dem empfehle ich folgende Einführung von Markus Schwingel. Ich selbst verfüge über dieses Buch und überdies einige andere Aufsätze und Monographien Bourdieus.

Es soll hier jedoch um die aufgesplittete Darstellung eines Aufsatzes von Hans-Peter Müller aus dem Jahr 1986 gehen. Ich werde Versuchen jedem Sinnabschnitt mittels einer Überschrift ein übergeordnetes Thema zuzuordnen.
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Studierendenmilieus in den Sozialwissenschaften

Folgende Zeilen sind für ein Abstract eines Sekundärtextes meiner Hausarbeit im Soziologie-Intensivseminar entstanden. Die Textgrundlage bildet folgender Aufsatz: Lange-Vester, Andrea und Christel Teiwes-Kügler, 2004: Soziale Ungleichheiten im studentischen Feld. Empirische Ergebnisse zu Studierendenmilieus in den Sozialwissenschaften. S. 159-187 in: Steffani Engler und Beate Krais (Hrsg.): Das kulturelle Kapital und die Macht der Klassenstrukturen. Sozialstrukturelle Verschiebungen und Wandlungsprozesse des Habitus. Weinheim u. München: Juventa.
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