Doppelter Abschied von Kochberg

Mit dem Titel dieses Artikels hat auch Ulrich Kaufmann einen von ihm erschienen Aufsatz benannt. Erschienen ist der Aufsatz in einem Sammelband Jakob Michael Reinhold Lenz: Vom Sturm und Drang zur Moderne (2001). Herausgegeben wurde der Sammelband im übrigen von Andreas Meier. Inhaltlich versucht Kaufmann ein Gedicht von Volker Braun mit einem von JMR Lenz in Verbindung zu setzen. Beide heißen jeweils “Abschied von Kochberg”. Er gliedert seinen Aufsatz in drei Kapitel. Im ersten führt er zunächst ein wenig den Kontext und Inhalt des Gedichts von Volker Braun an. Im nächsten Kapitel tut er Selbiges für das Gedicht von JMR Lenz. Im dritten Kapitel schließlich, versucht Kaufmann eine Synthese der gedanklichen wie biographischen Belange zumindest rudimentär herbei zu schreiben.
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Tod in Moskau

Das ist nicht der Titel eines neuen Krimis sondern das traurige Schicksal das Jakob Michael Reinhold Lenz ereilen wird. In den letzten Kapiteln Sigrid Damms Buch Vögel, die verkünden Land wird der Leser noch einige Stationen in Jakobs Leben vorgehalten bekommen. Vorgehalten natürlich nicht im Sinne von einer Vorhaltung, die gemacht wird, vielmehr wörtlich zu verstehen. Uns als Leser wird vor Augen geführt, wie wenig Anschluss Lenz Zeit seines Lebens kriegt, wie wenig Anschluss er auch zu kriegen bereit ist. Nachdem es an der Oberfläche manches Mal danach ausgesehen hat als könnte Jakob für einige Zeit, oder gar länger, an einem Ort, an einer Stelle für längere Zeit oder gar für immer glücklich werden, so kommt es am Ende doch anders.
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Wohl und Wehe

Auf, auf und davon. Bist du noch nicht fort? Nun geh, geh schon. Lass uns, lass mich in Ruh. Schick dich fort von hier. Aus Livland ist Jakob Michael Reinhold Lenz damals freiwillig, fast sehnsüchtig aufgebrochen auf der Suche nach Neuem, Unbekanntem. Geflohen ist er vor seinem Vater und vor sich selbst. Sigrid Damm lässt uns in den Kapiteln 2, 3 und 4 weitere Stationen des Lebens von Lenz nachempfinden. Natürlich auf eine Art und Weise, wie sie nicht immer den Tatsachen entspricht. Sie bemüht sich um Authetizität, nimmt immer wieder den Faden von Schriftstücken auf, die überliefert sind, und zeichnet den Weg nach, den Lenz gegangen sein könnte. Mit dem Ende vom ersten Kapitel, steht Lenz in jugendlicher Blüte. Am Ende des vierten Kapitels wird er seinen Höhepunkt bereits überschritten haben.
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Kindheitserinnerung

Bis ich 16 Jahre alt war, hat die Tante mein Leben jetzt schon vor euch ausgebreitet. So würde es sich eventuell anhören, wenn wir den jugendlichen Jakob Michael Reinhold Lenz über das erste Kapitel von Sigrid Damms autobiographischem Roman Vögel, die verkünden Land reden hören könnten. Zwar ist Sigrid Damm eine aktive Literaturwissenschaftlerin unserer Zeit und könnte damit gar nicht mit dem am 23. Januar 1751 geborenen Schriftsteller und Dramatiker Lenz zusammentreffen, jedoch hat sie in positivistischer Manier eine Menge Material zusammengetragen aus dem sie ihren Roman, der das Leben des JMR Lenz schildert, entwarf.
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