Prädikation

Das 6te Kapitel Prädikation aus Löbners Semantikeinführung erhält an dieser Stelle ebenso wie das 5te Kapitel nur Raum für einen Teil.

Der Hinweis vorweg sei erlaubt, dass die bislang geschilderten semantischen Phänomene und Begriffe hauptsächlich auf der Wortebene angesiedelt waren und es um Konzepte oder Beziehungen von und zwischen Wörtern ging. Löbner beschreibt im Folgenden mit dem Begriff der Prädikation ein semantisches Phänomen auf der Satzebene. Es stellt sich die Frage, was ist eine Prädikation? Ausdrücke, die Informationen über die Referenten eines Satzes liefern, können als Prädikationen bezeichnet werden (vgl. S. 155).

Dabei gibt es auf der syntaktischen Ebene Prädikatsausdrücke (auch Inhaltsworte), können zudem auf der Ebene der Äußerungsbedeutung mit Argumenten aufgefüllt und spezifiziert werden. Ein Prädikat kann als Konzept von Verbindungen zwischen Prädikatsausdrücken und Referenten angesehen werden. Zusätzlich zu den Prädikatsausdrücken gibt es noch Argumentausdrücke, auch Komplemente genannt, die das Prädikat eines Prädikationsausdrucks spezifizieren (vgl. S. 158f.). Löbner erläutert dann noch die Möglichkeit Prädikationen und Prädikatsausdrücke auf ihre Wahrheitsbedingungen hin zu untersuchen. Letzteres führt wiederum in den Bereich der Logik. Im Anschluss beschreibt Löbner nacheinander in den Kapitel 6.3 Verben und 6.4 Nomen und Adjektive die charakteristischen Eigenschaften von eben Verben, Nomen und Adjektiven, in ihrer etwaigen Funktion als Prädikatsausdrücken. Es gibt einstellige, zweistellige und mehrstellige Verben, aber auch Nomen und sogar Adjektive. Diese verfügen dann in ihrer Funktion als Prädikatsausdruck entsprechend ihrer Stelligkeit über eine dementsprechende Anzahl von Argumenten.

Diesen großen Teil von Kapitel 6 habe ich recht stiefmütterlich abgehandelt, was wiederum damit zusammenhängt, dass er für die Klausurvorbereitung weniger wichtig ist. In Kapitel 6.5 befasst sich Löbner mit der prädikatenlogischen Notation, die er allerdings zu diesem Zeitpunkt nur sehr rudimentär einführt und auf ein späteres Kapitel verweist. Dieses System der prädikatenlogischen Notation ist eine Form der Analyse, die anzeigt,

“welche Prädikationen ein Satz enthält, was ihre jeweiligen Argumente sind und wie die Prädikationen durch gemeinsame Argumente miteinander verflochten sind” (S. 172).

Das Prinzip der thematischen Rollen, das Löbner in Kapitel 6.6 bespricht werde ich nicht weiter ausführen, ebensowenig den Aspekt der Selektionsbeschränkungen (6.7), sondern mich nun der Lektüre des zweiten Teils von Löbners Buch, den Teil über die theoretischen semantischen Ansätze, widmen.

Löbner, Sebastian, 2003: Semantik. Eine Einführung. - Berlin u. New York: de Gruyter.

One Comment

  1. “Dabei gibt es auf der syntaktischen Ebene Prädikatsausdrücke (auch Inhaltsworte), können zudem auf der Ebene der Äußerungsbedeutung mit Argumenten aufgefüllt und spezifiziert werden.” Der zitierte Satz macht keine Sinn und ist meiner Meinung nach falsch.

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