Klasse und Klassifikation

Die beiden in der Überschrift erwähnten Begriffe sind der Marxschen Theorie entlehnt und weisen darauf hin, dass Müller in seinem Aufsatz Bourdieus Ansichten auch immer wieder in die Nähe von Marx rückt. Warum schreibt Müller in diesem dritten Abschnitt Soziale Klassen und Klassifikationen nun wieder von Klassen, während er zuvor von Feldern und Kapital schrieb? Nun, er möchte, weil er zuvor angab, mit den Feldern die horizontale Dimension des sozialen Raums zu betrachten, wieder dazu kommen, die vertikale Dimension einzuspannen.
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Marxens (welt-)politische Ansichten

Dies stellt zunächst den letzten Artikel zu Iring Fetschers Buch Marx dar. Er umfasst inhaltlich die Kapitel 11 und 12 aus Fetschers Buch. Das letzte Kapitel über Marx Privatleben, das eine Fülle biographischer Informationen resümmiert werde ich nicht versuchen in eigene Worte zu fassen. Da könnte ich ebensogut den ganzen Text zitieren. Doch damit wäre niemandem gedient.
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Bye bye Marx? Das Kapital.

Sicherlich nicht. Was diese Überschrift allerdings andeutet ist, dass wir uns dem Ende von Iring Fetschers Buch nähern. Ich halte es in meinen Augen für nicht besonders sinnvoll die ökonomisch, volks- sowie betriebswirtschaftlichen Standpunkte, die ich in Kapitel 10 von Fetschers Buch kennen gelernt habe, an dieser Stelle wiederzugeben. Es hilft sicherlich nicht dem Verständnis Marx’ ideellen Standpunkt nachvollziehen zu wollen. Das Spätwerk, dass Marx im Grunde bereits viel früher begonnen hatte zu schreiben, jedoch nicht lange genug lebte, um aus seinen vielen gesammelten Arbeitsunterlagen auch ein fertiges Werk entstehen zu lassen, und Marx’ Beschäftigung mit den Gesetzen der Ökonomie bietet jedoch einen Aspekt, den ich erwähnenswert finde, und den Iring Fetscher in einem Exkurs zum Abschluss des 10ten Kapitels darstellt. Er beschreibt dort die ökologische Komponente Marx’ ökonomischen Gedankengänge.
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Das Vorgeplänkel zum unvollendeten Hauptwerk Marx’

In Fetschers Buch folgt nun mit dem 10ten Kapitel zwar nicht das letzte Kapitel seines Buches, aber immerhin das umfangreichste Kapitel, welches sich – ganz der Überschrift Das unvollendete Hauptwerk und die Vorarbeiten entsprechend – zunächst auf die Vorarbeiten Marx’ zu seinem späteren Hauptwerk, dem Kapital konzentriert, und anschließend knapp (und dennoch auf einigen Seiten) die wesentlichsten Gedanken des Hauptwerks zusammenzufassen sucht. Nach der Niederlage der Revolutionen in Europa klammerte sich Marx, so könnte man negativ formulieren, an den einzigen Strohhalm, der ihm noch blieb. Das revolutionäre Potential jedenfalls hatte sich nicht entsprechend seiner Vorhersagen entwickelt. Der Strohhalm nun, heißt Großbrittanien. Die dortige Situation, dass die wirtschaftlichen Mächte eine Parlamentsreform anstreben, führt in Marx Augen dazu, dass die Kräfte der Wirtschaft in denen der Politik aufgehen und die Proletarier schließlich erkennen können werden, und folglich auch die Möglichkeit haben werden, ihren direkten Konkurrenten zu bekämpfen (vgl. S. 95ff.).
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1849 und der Bonapartismus

Das 9te Kapitel in Iring Fetschers Buch Marx ist überschrieben mit Die Niederlage der Revolution in Europa und der “Bonapartismus”. Ihr werdet zu Recht fragen, was das jetzt mit Marx zu tun hat. Nun, wie die Überschrift meines Eintrags andeutet geht es in dem Kapitel Fetscher zunächst, wie schon im letzten, zunächst darum, einen historischen Rahmen zu skizzieren, in den er dann folgend ein Werk von Marx eingliedert. 1849 ist das Jahr nach 1848, und nachdem 1848 als ein Jahr der Revolutionen in Europa gelten kann, darf 1849 sicherlich als Jahr der Niederlagen der revolutionären Kräfte bezeichnet werden.
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1848 und die zwei Teile des Marxschen Manifests

Long time no see, würde der Brite sagen. Immerhin habe ich das Taschenbuch von Iring Fetscher Marx, lange Zeit nicht weiter bearbeitet. Das lag unter anderem daran, dass sich andere Dinge in ihrer Priorität vorweg gestellt hatten. Die Überschrift meines Eintrags beschreibt nun in etwa, worum es im 8ten Kapitel von Fetschers Buch geht. Und zwar beschreibt Fetscher zum Einen kurz die Situation in Deutschland und Teilen Europas im Jahre 1848 und geht dann ausführlicher auf den Inhalt des Kommunistischen Manifests ein, welches vor allem von Marx, aber auch von Engels ausgearbeitet worden war. Anfang Juni 1848 gründete Marx mit einigen Zeitgenossen, darunter auch Friedrich Engels, die Neue Rheinische Zeitung, die vor allem auch eine recht vielschichtige, man kann sagen europäische Sichtweise präsentierte, wenn es um Berichterstattung ging. Nie wurden bloß die Probleme innerhalb Deutschlands, sondern immer auch außerhalb des Landes betrachtet (vgl. S. 77f.).
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Marx’ Utopie einer kommunistischen Gesellschaft

Die folgenden Zeilen fassen ein weiteres, insgesamt recht kurzes, Kapitel in Iring Fetschers Buch Marx zusammen. Fetscher selbst nennt manche der Gedanken Marx’ utopisch, deshalb erscheint der gewählte Titel zumindest in einer Hinsicht gerechtfertigt. Man selbst kann, wenn man die bislang hier erschienenen Zusammenfassungen vor dem eigenen geistigten Auge resümiert, nicht ohne Vorbehalte zu der gleichen Annahme kommen, respektive kann manche Idealist in den Ideen Marx’ nicht nur Utopien erkennen (wollen).
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Marx’ Entwurf einer materialistischen Geschichtsauffassung

Die Überschrift deutet es bereits an, wir werden im Folgenden etwas über das Verständnis von Geschichte Marx’ erfahren. Fetscher widmet sich diesem Thema in Kapitel 6 seines Buches. Wir haben bereits zuvor etwas mehr darüber erfahren, wie Marx den Begriff Arbeit auffasst und Marx’ Verständnis von Geschichte ist eng mit seinem Verständnis von Arbeit und Arbeitsteilung verbunden. Viele der Arbeiten aus dieser Zeit sind von Marx und zum Teil in Zusammenarbeit mit Friedrich Engels aus dem Grund entstanden, sich von den so genannten Junghegelianern zu unterscheiden.
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Nationalökonomie und Philosophie

Begeben wir uns wieder in ein weiteres Kapitel von Iring Fetschers Marx. Die Überschrift dieses Eintrags ist gleichsam die Überschrift des 5ten Kapitels in Fetschers Buch, und ebenso der Titel eines Marxschen Manuskripts, “das erst 1932 aus dem Nachlaß veröffentlicht wurde” (S. 48). Der Wert dieses Manuskripts wird unterschiedlich empfunden. Manche bewerten es als unausgegorenes Frühwerk Marx’ und wieder andere finden darin eine Menge interessanter Ideen wieder (vgl. ebd.). Es ist Mitte der 1840er Jahre, als Marx dieses Manuskript unter dem Einfluss seiner Erkenntnisse der “klassische[n] ökonomische[n] Theorie von [z. B.] Adam Smith, David Ricardo und Jean-Baptiste Say” (S. 48f.) verfasst.
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Marx’ Weg in die Freiheit und die Flucht vor Preußen – Philosophie und Realität

Fahren wir nach einer Weile fort mit dem subjektiven Resümieren der mir wichtigsten Gedanken aus Iring Fetschers Buch Marx. Im Folgenden befasse ich mich mit dem 4ten Kapitel in Fetschers Buch, Der Weg in die Freiheit. Paris. “Die Deutsch-Französischen Jahrbücher”, ist es übertitelt. Wir erfahren an dieser Stelle zunächst, dass Marx sich nach dem Verbot der Rheinischen Zeitung, in der Zeit von “Oktober 1843 bis Februar 1845” (S. 31), in Paris aufhält.
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