Studierendenmilieus in den Sozialwissenschaften

Folgende Zeilen sind für ein Abstract eines Sekundärtextes meiner Hausarbeit im Soziologie-Intensivseminar entstanden. Die Textgrundlage bildet folgender Aufsatz: Lange-Vester, Andrea und Christel Teiwes-Kügler, 2004: Soziale Ungleichheiten im studentischen Feld. Empirische Ergebnisse zu Studierendenmilieus in den Sozialwissenschaften. S. 159-187 in: Steffani Engler und Beate Krais (Hrsg.): Das kulturelle Kapital und die Macht der Klassenstrukturen. Sozialstrukturelle Verschiebungen und Wandlungsprozesse des Habitus. Weinheim u. München: Juventa.

In ihrem Aufsatz setzen sich Lange-Vester u. Teiwes-Kügler, wie sie es im Untertitel ankündigen, mit empirischen Ergebnissen zu Studierendenmilieus in den Sozialwissenschaften auseinander. Letzteres bedeutet eine nicht zu unterschätzende Einschränkung der präsentierten Ergebnisse. Eine Übertragung auf die Gesamtheit der Studierendenmilieus, ist nicht ohne weiteres möglich. Zudem kann man diese Studie als qualitativ bezeichnen. Gleichsam sind die gewonnen Ergebnisse gewissermaßen als ein Novum zu betrachten. Die Auseinandersetzung zielt nämlich auf die Beantwortung der bislang vernachlässigten

„Frage nach den konkreten Konfliktlinien und Dynamiken, die unter den Studierenden innerhalb einer Fachrichtung herrschen und die ihr Studium mit bestimmen“ (159).

Ganz zentral sind dabei zwei Ergebnisse, die die Autorinnen heraus arbeiten. Zum einen besteht, anders als z. B. in der Fachkulturforschung bislang angegeben wurde, eine durchaus große Heterogenität innerhalb des Feldes sozialwissenschaftlicher Studierender (vgl. 160). Zum anderen besteht durchaus noch ein weiterer Unterschied zwischen den spezifischen Studierendenmilieus und denjenigen der Gesamtgesellschaft. Denn die

„Studierenden bilden als Teilgruppe dieser Milieus [der Makromilieus; AT] immer auch spezifische Praktiken und Perspektiven aus“ (166).

Die Autorinnen betrachten die Studierenden als Angehörige eines studentischen Feldes, ganz im Sinne des Feldbegriffs Bourdieus,

„in dem sich die Studierenden positionieren und voneinander abgrenzen (163).

Die in der Analyse konstatierte Heterogenität wollen Lange-Vester und Teiwes-Kügler mit Aspekten der sozialen (Bildungs-)Ungleichheit in Verbindung bringen und formulieren die

„Zielsetzung [ihrer] empirischen Arbeit“ selbst wie folgt „in der Frage: Wer studiert wie und mit welchen subjektiven Absichten und objektiven Chancen?“ (163).

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