Was bin ich?

Es geht im Folgenden nicht um ein Ratespiel aus alten Fernsehtagen, dessen Übervater-Moderator, Robert E. Lembke, 1989 verstarb. Wenn wir in dem benötigten Kontext die Frage beantworten wollten, müssten wir gleich zwei hintereinander stellen: “Bin ich ein Mammut?” – “Bin ich ein Opossum?” Und schon wären wir mitten drin im Geschehen von Pixars neuem Streich in Sachen Eiszeit. Ice Age 2 läuft seit Anfang April in deutschen Kinos und am Samstag hatte ich Gelegenheit dazu, mich zum zweiten Mal von Otto als Synchronstimme der Faultierfigur Cid erfreuen zu lassen.

Das Ende der Eiszeit

Otto hat bereits einigen komischen Zeichentrickgenossen seine Stimme geliehen und dies meist gewinnbringend. Aus einem Säbelzahntiger (Diego), einem männlichen Mammut (Manfred) und einem Faultier (Cid) ist eine “multikultierelle” Lebensgemeinschaft in Form einer Herde geworden, die sich in einem Tal vor der Eiszeit in Sicherheit gebracht hat. Doch der Friede ist bedroht, denn bei näherer Betrachtung ist das Tal nur ein von Eis umschlossenes Areal. Wie im Untertitel des Films, “Jetzt taut’s”, angemerkt beginnt die gnadenlose Eisschmelze. Die Herde wird in Bewegung versetzt, um sich an einen sicheren Ort zu flüchten. Auf der Wanderung begegnen Cid, Diego und Manfred (und die restlichen, tierischen Nebendarsteller) Elly und ihren Brüdern. Während die kleinen Zwillingsnager wirkliche Opossums darstellen sollen, ist Elly eigentlich ein Mammut, das jedoch ein Kindheitserlebnis verdrängt hat, und sich tatsächlich nicht als Vertreterin der Spezies Mammut weiß, sondern in ihrer ganzen Fülle das wahrscheinlich größte Opossum der gesamten Eiszeit darstellen möchte. Der Animationsfilm sorgt mit komischen und tragischen Elementen dafür, dass das Publikum sich das Lachen manchmal nicht verkneifen kann und hin und wieder zu mitleidsvollen Gesten und Wortergüssen hingerissen wird. Dass die Handlung zwar Freud und Leid suggerieren kann, durchaus aber vorhersagbar bleibt, merkt jeder Kinogänger an der umliegenden Lautstärke. Anders nämlich als in Filmen, die ein Moment der Spannung aufbauen, bleibt dieses in Ice Age 2 gänzlich abstinent.

Lediglich in der Nebenhandlung des grotesken Eichhörnchens in seinem Kampf um die Nuss sind gewisse Elemente vorhanden, die relativ unvorhergesehen zu passieren scheinen. Alles in allem bietet der Film genug Potenzial für einen angenehmen Kinoabend. Einzig die horrenden Preise schrecken ein wenig ab. 2 nicht ermäßigte Eintrittskarten auf Logenplätzen kosteten 16 Euro. Wenn man im Jahr ein Mal weniger ins Kino geht, ist man geneigt sich eine DVD mehr als Staubfänger ins Regal stellen zu können und das Laufwerk des heimischen DVD-Players damit ab und an für heimischen Kinoeffektvorführungen zu missbrauchen.

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