Kindheitserinnerung

Bis ich 16 Jahre alt war, hat die Tante mein Leben jetzt schon vor euch ausgebreitet. So würde es sich eventuell anhören, wenn wir den jugendlichen Jakob Michael Reinhold Lenz über das erste Kapitel von Sigrid Damms autobiographischem Roman Vögel, die verkünden Land reden hören könnten. Zwar ist Sigrid Damm eine aktive Literaturwissenschaftlerin unserer Zeit […]

Waren das noch schöne Zeiten?

“Neuere Berechnungen […] kommen zu dem Ergebnis, dass gegen Ende des 17. Jahrhunderts kaum mehr als sechs bis acht Romane (einschließlich Übersetzungen) im Jahr gedruckt wurden.” (S. 140) Den Satz habe ich aus der sechsten Auflage der Metzler Literaturgeschichte entnommen, und für mich selbst würde ich beinahe “Ja” sagen wollen.

PR, aber warum?!

Die Überschrift mag schnell zu Missverständnissen führen, die ich jedoch ebenso schnell aufklären möchte. Mit PR ist Bezug genommen auf die Abkürzung, die ich im letzten Beitrag für die Bewegung des Poetischen Realismus verwendete. Es ist festzuhalten, dass die Frage nach dem Warum nicht einfach, sehr wohl aber zweichfach zu beantworten ist. Umwälzungen politischer, sozialer, […]

Alles oder nichts?! – Der Poetische Realismus

Ist es eine Epoche oder eine ästhetische Kategorie, über die man spricht, wenn man den poetischen Realismus meint? Roy C. Cowen, Autor des Buches Der Poetische Realismus – Kommentar zu einer Epoche, hat auf diese Frage keine allgemeingültige Antwort. Was Cowen jedoch tut, ist Licht ins Dunkel der verschiedenen, bislang (Erscheinungsdatum des Buches 1985) zusammengetragenen […]

Eine schöne Familiennovelle mit Sinn für Realität

Johann Wolfgang von Goethe (geb.: 1749, gest.: 1832) schrieb Hermann und Dorothea, eine, wie ich finde schön zu lesende Novelle, die als Topos eine ganz gewöhnliche Familiengeschichte zu erzählen versucht. Wirt und Wirtin sitzen vor ihrem Gasthaus zum goldenen Löwen und beobachten eines schönen Tages, irgendwo im Rheinland die Schaulustigen ihres eigenen Ortes, wie sie […]

Den Mund zu voll…

…genommen, so scheint es, haben die Autoren Moennighoff und Meyer-Krentler – zumindest wenn man aus der Perspektive eines bereits maturierten Studierenden auf das vorliegende Werk blickt. Auf ca. 140 Seiten versuchen die beiden Autoren den Studenten von heute das literaturwissenschaftliche Arbeiten näher zu bringen. Alles worum es sich im Grunde dreht ist die Anfertigung einer […]

E. T. A. Hoffmann – who are you?!

1776 in Königsberg geboren, wird damals noch ETW Hoffmann (ich spare mir die Punktuation) passiv Zeuge der Scheidung seiner Eltern. Er wird, so heißt es in einem Lektüreschlüssel zu ETA Hoffmanns “Der Sandmann” seinen Vater nie wieder sehen. Hoffmann hat Fähigkeiten in der Musik, im Zeichnen, als Dramaturg und Journalist, nicht zuletzt ist jedoch die […]

Goethe mochte Schiller nicht leiden…

… bis er ihn irgendwann kennen und schätzen lernte. Wir Leute von heute verfügen über ein Vermächtnis, den Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe. Diesen behandeln wir in diesem Semester in einem Proseminar (II) in der Neueren Deutschen Literaturgeschichte (NDL). Uns ward geraten, um den Duktus jener Tage ein wenig florieren zu lassen, einen Aufsatz von […]

Positivismus à la Hermand

Sicherlich habe ich auch hier wieder irgendetwas gelesen, das dann am Ende ein wenig Licht ins Dunkel bringen sollte. Doch lasse ich das wissenschaftliche Schreiben mal ein wenig beiseite und bin dieses Mal ein wenig informeller. Wer unbedingt selbst nachlesen will, dem sei der Titel verraten: Jost Hermand – Synthetisches Interpretieren. Der Untertitel lautet Zur […]

Schluss, Aus Frau B.

Ich habe fertig, kann ich erneut von mir behaupten. Dieses Mal habe ich nicht die Hausarbeit über die Funktion von Zeichensetzung fertig, sondern inkl. Anmerkungen die bald 300 Seiten von Christa Bürgers Mein Weg durch die Literaturwissenschaft. Das abschließende Kapitel 28 Das Denken des Lebens gehört zu den längeren des Buches. Inhaltlich hat es mich […]