Waren das noch schöne Zeiten?

“Neuere Berechnungen […] kommen zu dem Ergebnis, dass gegen Ende des 17. Jahrhunderts kaum mehr als sechs bis acht Romane (einschließlich Übersetzungen) im Jahr gedruckt wurden.” (S. 140)

Den Satz habe ich aus der sechsten Auflage der Metzler Literaturgeschichte entnommen, und für mich selbst würde ich beinahe “Ja” sagen wollen.

Wenn man sich überlegt, wie man in dieser Welt zu Aufmerksamkeit kommt, dann ist es doch um Etliches schwieriger, als noch zu diesen barocken Zeiten. Es ist am Ende aber vielleicht genauso schwer, kommt nur uns, die wir in der Welt stecken, schwieriger vor. Oder aber es ist so, wie ich zuerst annehmen möchte, weil sich globale Strukturen über lokale Strukturen legen, und wenn man heute davon spricht etwas erreichen zu wollen, meint man nicht die Auszeichnung als bester nachbarschaftsbehilflicher Anstreicher von Frau Müllers Garagentor, die sie von ihrem Enkel am PC drucken und von ihrer Tochter mit dem Tchibolaminierer leimen ließ, nur um sie, vor dem Vermieter, dem Herrn Krause, dann schlussendlich der guten Seele zu überreichen, die ihr das Tor gestrichen hat. Nein, wir müssen uns überlegen, wie wir etwas in der Welt bewegen wollen. Also, packen wir’s an!

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