Danke Jürgen?!

Wer hat diesen Mann zum Repräsentanten unseres schönen Bundeslandes gewählt? Die Einführung von Studiengebühren war ja bereits beschlossene Sache, quasi als Beigabe in der Geschenkpackung mit Schwarz/Gelb erworben. Doch die Leut’ werden sich noch umdrehen im Land und die Hände vorm Kopf zusammenschlagen. Ich bin kein Freund von Gewalt, und finde Bürgerbegehren als Mittel der politischen Meinungsäußerung ziemlich träge. Ich schlage ein Gerichtsverfahren vor, dass einen Verstoß gegen das im Grundgesetz verankerte Recht auf Gleichbehandlung anstrebt.

Der neueste Murks aus dem Bildungskabinett ist unerträglich, widersinnig und gegen alle Vernunft. Seit Jahren ist bekannt, lässt sich mittels Untersuchungen, in deren statistischen Ergebnissen und dem wirklichem Leben eine Brücke bauen, deren Fundamente uns bedeuten, dass in diesem Land eine Bildungsungleichheit herrscht, die zum Himmel schreit. Bereits in den 1950er Jahren wurde in anonymen Analysen zutage gefördert, dass in unserem Bildungssystem nicht primär nach Leistung sondern sozialer Herkunft unterschieden wird. Der neueste Streich von Papageno Jürgen Rüttgers schlägt jedoch die Kerbe noch tiefer. Die Übergangsstelle von der Grundschule zu höheren Schulen stellt die erste und bei weitem auch größte Selektionsinstanz dar, die wir in diesem Land haben. Von 100 Arbeiterkindern landen am Ende nicht mal 10% von ihnen auf einem Gymnasium. Alle Spacken mögen jetzt schreien, dass doch alles mit rechten Dingen zu geht, da ja alles hier im Lande *hust* nach Leistung bewertet wird. Nicht erst die OECD hat zuletzt Anfang des neuen Jahrtausends nachgewiesen, dass soziale Herkunft eine viel größere Rolle bei der Entscheidung zur Vergabe von Schulbescheiden spielt. Kinder aus Arbeiterhaushalten werden benachteiligt, und manche Lehrer glauben sogar ihnen damit einen Gefallen zu tun, da sie den Kindern entsprechender gesellschaftlicher Milieus es nicht zutrauen, auf dem Gymnasium zu bestehen. Prinzipiell verlangt keiner einen Einheitsbrei, aber das WAR schon immer ungerecht.

Doch JETZT erhält es durch die neuen Vorschläge für einen Gesetzesentwurf zur Reform der Bildungspolitik völlig neue Dimensionen. Rüttgers Regierung will, von vielen anderen Punkten ein Mal ganz abgesehen, Grundschullehrer zu Göttern machen. In Zukunft soll die Beurteilung eines Schülers durch einen Lehrer bindend sein, und so sieht man voraus, dass die soziale Schere nicht nur weiter auseinander geht, sondern besonders der Teil der Lehrer, die in ihrem persönlichen Vorteil durch Bildung nie wirklich vor hatten, Leuten etwas davon abzugeben, sondern sich lediglich eine sichere Pension einzuheimsen – solche Leute werden den Generationen von Morgen als Schubladen zuordnen dürfen und Schicksal spielen. Das muss dringend verhindert werden. Koste es, was es wolle.

One Comment

  1. Da stimme ich dir zu. Nur leider veranstalten die Politiker ja häufiger solch einen Mist. Ich finde es schade, dass sie über etwas entscheiden, worüber sie meist eigentlich gar keine Ahnung haben. Ich finde, sowas spiegelt sich leider in vielen Dingen wieder, u.a. eben auch in der Bildungspolitik. So hab ich als kleiner Bürger das Gefühl, dass z.B. auch die Bildungsministerin irgendetwas beschließt, ohne eigentlich zu wissen, wie der Schulalltag ausschaut. Wenn, dann sollte sich auch diejenigen erst einmal informieren bevor sie irgendetwas beschließen.
    So einen Weg wie Rüttgers einzuschlagen ist genau das Falsche … schließlich sollte man wirklich JEDEM Kind die Chance geben Bildung zu erlernen und zu erreichen. Und nicht nur die, die Geld haben und sich Nachhilfe leisten können … in solchen Dingen könnte die Schule als Institution auch eingreifen und Maßnahmen dagegen unternehmen. Denn sonst haben immer weniger Kinder die Möglichkeit auf gute Bildung und einen Arbeitsplatz …

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