Wozu Freunde gut sein können…

…würde man sicherlich nicht auf Anhieb mit einem aufgezwängten Gefallen oder einem abgenötigten Vertrauensgelübde in Verbindung bringen. Doch der elder statesman Lord Claverton kann sich in dieser Frage keine Auszeit gönnen. Der erste Akt von T. S. Eliots Ein verdienter Staatsmann führt den geschätzen Leser diesem noch kaum wahrnehmbaren Spannungsbogen entgegen, der sich vielleicht ein Mal ergeben soll.

Lord Claverton hat sich aus der Politik und aus seinen übrigen Ämtern zurück gezogen, weil er einen Schlaganfall erlitt (einfach so?!). Nun ist es an der Zeit, dass der sich einsam fühlende Exzentriker von seiner Tochter und deren Verlobten irgendwann, auf Anweisung der Ärzte, in ein Erholungsheim, das zumindest als solches verstanden werden will, gebracht werden wird. Doch ehe Lord C. sich seinem erholenden neuen Wohnsitz nähern kann, hat ihn ein alter Freund besucht, der sodann auch seinen Namen auswechselte oder auswechseln musste, ganz wie es beliebt und die Intention, die richtige sein kann. Aus San Marco kommt er, hat in Oxford mit Lord C. die Schulbank gedrückt und war ein Mal ein guter Freund, und diese Freundschaft kommt er zu erneuern; er legt Lord Claverton einen Schalk in den Nacken, damit dieser ihm die Treue, das Vertrauen ausspricht, was jedoch ein Leichtes ist, da er den Lord geschwind an einen tödlichen Unfall mit Fahrerflucht erinnert. Wozu die ganze Szenerie – um zu zeigen, wie Freundschaft auch aussehen kann? Wir werden sehen, wohin unseren Freund die Reise führen wird.

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