Alltag einer Schreibkraft

Den kriegt man im Verlauf des ersten Kapitels von Heinrich Bölls Roman Billard um halbzehn vermittelt. Es ist erstaunlich, auf welche Weise Böll es schafft, mich für diese Person, Leonore zu interessieren. Natürlich habe ich bislang nur das erste Kapitel gelesen und es kann auch passieren, dass Leonore fortan überhaupt keine Rolle mehr spielt, aber bislang hat sie zumindest ein gutes Medium gemimt. Es sind die Augen Leonores, durch die Böll im ersten Kapitel die Geschehnisse weitgehend schildert.

Erst gegen Ende des Kapitels kommt die Perspektive des alten Fähmels, des Vaters Leonores Brötchengebers, dem Architekten Robert Fähmel, hinzu. Während jedoch Leonore dem Leser vorwiegend die Gegenwart schildert, ist der alte Fähmel mehr dazu da, die Geschehnisse der Vergangenheit zu erhellen. Vielmehr möchte ich an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten, auch weil kaum eigentlich Handlung geschieht, und sich das erste Kapitel im Gegenteil hauptsächlich mit der Beschreibung und Erläuterung von Personen und Schauplätzen oder aber Geschehnissen der Vergangenheit aufhält. Wie die beiden anderen Titel, habe ich auch diesen günstig auf dem Trödelmarkt erworben. Der Titel ist aktuell nicht als neuwertige Taschenbuchausgabe erhältlich, wohl kann man es gebraucht oder in diversen Restauflagen erwerben. Anbei die Bibliographie meiner Ausgabe.

Böll, Heinrich, 1959: Billard um halbzehn. - Stuttgart, Hamburg: Deutscher Bücherbund.

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