Keine Ahnung, wovon sie reden, aber davon viel …

… haben zum Teil einige Menschen (Politiker) auf dieser Welt. Ich schreibe deshalb so großzügig von unserer gesamten Spezies, weil wir alle uns schon mal dabei erwischt haben oder von anderen dabei haben erwischen lassen, wie wir vielleicht irgendwo verhement unser Mitspracherecht eingefordert haben, obwohl wir nicht zwangsläufig hätten behilflich sein können. Sei’s drum – worum es hier geht, ist ein kleiner Randartikel im Kölner Stadt-Anzeiger von heute. Dort heißt es: “Die Fächer Biologie, Physik und Chemie werden von Sommer an in den Klassen fünf und sechs der weiterführenden Schulen zum Fach Naturwissenschaft gebündelt” (S. 8 ). So weit, so gut – doch ob man dafür oder dagegen plädiert, kann mannigfaltige Gründe haben. Einen Einwand, der in diesem Artikel komprimiert wieder gegeben wurde, ist für mich aber ein Beispiel für den zuvor von mir geschilderten Sachverhalt.

Das Modell, wie es jetzt landesweit eingeführt wird, sei wohl bereits seit 2003 an 300 Schulen eingeführt worden. Die Fächer würden außerdem ab Klasse 7 oder Klasse 9 wieder auseinander gezogen, zwecks der dann vollziehbaren Spezialisierung der Schüler. Wieder mal trifft meine Schelte einen Teil der Opposition, und zwar diesmal den so genannten Bildungsexperten der FDP im Land NRW. Dieser äußerte zunächst eine nicht völlig haltlose Vermutung, dass die Qualität des Unterrichts eventuell unter der Zusammenlegung der Fächer leiden würde. Diesen Punkt könnte man kontrovers diskutieren – in dem knappen Artikel konnte das jedoch nicht geschehen. Der Grund jedoch, den der FDP Bildungsexperte angibt, zeugt meiner Meinung nach eher für seine Weltfremdheit, als für bildungspolitische Expertise. Denn er gibt zu bedenken, dass “Lehrer künftig die komplette Bandbreite der Naturwissenschaften in einem Kombifach” erteilen würden, “ohne dafür ausgebildet zu sein” (ebd.).

Nun mag man den guten Mann vielleicht auf die sowieso schon schlechte Ausbildungssituation von Lehrkräften hinweisen, die, egal an welcher Hochschule, hauptsächlich mit wissenschaftlichen Vorgehensweisen und Erkenntnissen zugeschüttet werden, denen aber in Bezug auf die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen wenig bis gar nichts an die Hand gegeben wird. Die Praktika – wie es der Name auch impliziert – bieten die beinahe ausschließliche Möglichkeit praxisnahe Erfahrungen zu sammeln. Hochschulen, die zwar über Bibliotheken voll von Lehrbüchern über Didaktik verfügen, machen eben dennoch noch keine kompetenten Lehrer. Lehramtsstudierende können ein Lied davon singen, und mir hängen die Kommentare der aktuellen Studierenden, wie auch bereits verbeamteten Lehrkräften in den Ohren. Drum sei Vorsicht geboten, wenn man sich auf solche parolenhaften Weisheiten von – von wem auch immer ernannten – Bildungsexperten einlässt.

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