Kindergeldangelegenheiten

Meine Großmutter hat mich an diesem Tag schon recht früh geweckt. Da es mit meinem Zivildienst wahrscheinlich dieses Jahr nichts wird, habe ich mich beim Arbeitsamt erkundigen wollen, was zu tun sei, damit ich noch Kindergeld erhalten würde. Tja, wie des öfteren aber, wenn ich früh geweckt werde, bin ich nicht sonderlich gut drauf, und meine Großmutter hat das auch direkt mitbekommen. Ich denke, ich war nicht sonderlich nett zu ihr gewesen. Nun, meine Mutter fuhr in ihrem Auto vor, um mir den Weg zum Arbeitsamt zu weisen, und an einer roten Ampel stieg sie aus und erklärte mir, dass das große Gebäude auf der anderen Straßenseite das Arbeitsamt sei. Sie würde zurück fahren und zur Arbeit, und ich sollte irgendwo parken. Das tat ich dann auch, im absoluten Halteverbot, wie mir hinterher ein Bauarbeiter auf eine leicht sarkastische Art mitteilte. Dieser half mir dann aber aus der Parklücke zu kommen.

Denn als ich aus dem Arbeitsamt kam, musste ich feststellen, dass man mich trotz absoluten Halteverbots zugeparkt hatte. Was hat man mir an der Information gesagt? Wegen dem Kindergeld müsse ich woanders hin fahren. Tja, gesagt, getan. Ich fuhr also laut Beschreibung zur Außenstelle des Arbeitsamtes, die sich für alles rund um das Kindergeld verantwortlich fühlt. Wieso auch, sollte dieses wichtige Ressort denn in der Hauptstelle vertreten sein. Nein, der Alex, der erst diesen Sommer in die Stadt gezogen war, musste halt irgendwo hin fahren. Ich hab aber erstaunlich schnell dort hingefunden. Das heißt, ich habe das Haus, in dem sich die Außenstelle befindet, nicht sofort erkannt, bin etwas zu weit gefahren und hab dann nach dem Weg gefragt. Flugs hatte ich meinen Wagen geparkt und bin zu Fuß in die Paffrather Straße 70 zur Außenstelle gelaufen, habe ein Nümmerchen ziehen wollen, wurde aber von den Mitwartenden aufgeklärt, dass heute wohl keine Nummern gezogen werden müssten. Ich habe seit einiger Zeit eigentlich schon keine Uhr mehr ums Handgelenk, von daher weiß ich nicht, wie lange ich schlussendlich genau dort gesessen und gewartet habe, bis ich dran kam. Was mir aufgefallen ist? Nun, eine eigentlich recht hübsche Frau mittleren Alters, die sich auch für kurze Zeit mit mir unterhalten hat, nicht nur zu Beginn meiner Wartezeit, als sie mich aufklärte, dass ich keine Nummernkarte ziehen müsse, sondern auch, als sie mir hinterher erklärte aus welchem Grund sie hier warte. Sie muss wohl türkischer Herkunft gewesen sein, da sie hinterher noch kurz zwei Männer besuchten. Der eine schien eventuell mit ihr verwandt, wenn nicht sogar verheiratet, gewesen zu sein. Zärtlichkeiten haben beide nicht ausgetauscht, weshalb ich mir dahingehend nicht sicher bin. Dafür hat dieser Mann ihr ein paar Kontoauszüge in die Hand gedrückt. Die Frau war wohl aus Duisburg hier nach Bergisch Gladbach gezogen und wollte nun erfahren, was zu tun sei, damit sie weiterhin Kindergeld bekäme.

Was ist mir noch aufgefallen? Nun, nachdem bereits ein, zwei Leute rein gegangen waren, kam ein Mann an die Reihe, der den armen Beamten ganz schön fertig gemacht hat. Dieser musste sich anhören, dass der Herr seit 7 Monaten mehrere Anträge gestellt hatte, damit sein Sohn doch Anspruch auf Kindergeld bekäme und diese seien bis heute auf Taube Ohren gestoßen. Er wolle den Raum nur verlassen, wenn endlich was passieren würde oder er den Geschäftsführer oder Leiter der Kindergeldstelle gesprochen habe. Nun, nach beflissenem Reden gab der Beamte letzten Endes auf und führte den sehr erregten Herrn zur Leiterin der Kindergeldstelle. Das Lustige an der ganzen Geschichte war nur, dass alle Leute im Warteraum mitbekommen hatten, was passiert war. Denn, sowohl der aufgebrachte Herr als auch der Beamte sprachen nicht gerade leise.

Einen jungen Südländer, vielleicht in meinem Alter, vielleicht etwas älter, habe ich in der Außenstelle an dem Tag zum ersten Mal gesehen. Er gehörte ebenfalls noch zu den redseligeren Herrschaften im Warteraum und blickte nicht nur, wie die anderen, stumm vor sich hin. Wir sollten uns an anderer Stelle noch ein Mal wiedertreffen. Dann endlich wurde ich aufgerufen und konnte dem Beamten meine Anliegen formulieren. Er half mir prompt, füllte ein Formular aus und drückte mir ein weiteres in die Hand. Dieses sollte ich bei der Hauptstelle ausfüllen lassen und mich auch unbedingt arbeitslos melden. Andernfalls bestünde kein Anspruch für mich oder meine Großeltern auf Kindergeld. An diesem Montag sollte ich nicht mehr zur Hauptstelle des Arbeitsamtes fahren. Ich entschloss mich, nachdem ich im Auto endlich in Erfahrung gebracht hatte, wie spät es war, und bei der Hauptstelle ein Mal vergeblich durchs Parkhaus gefahren war, dass ich mich morgen arbeitslos melden würde. Ich machte mich auf den Weg nach Hause. Dort erhielt ich einen Anruf von L. und machte mit ihm eine Zeit aus, wann ich mich mit ihm in der Stadt in Remscheid treffen wollte. Ich fuhr dann nach Remscheid zu meiner guten Freundin K., ging mit ihr in die Stadt, machte einige Erledigungen, besorgte mir bei McDonalds noch Einiges zu essen, nahm es aber mit zu K. nach Hause. K. s Schwester hatte Glück, sie bekam dann noch zwei Chicken McNuggets ab. K. geht es in letzter Zeit nicht besonders. Sie hat einige persönliche Schwierigkeiten und weil ich ihr Freund bin, habe ich versucht ihr zu helfen. Ich habe ihr angeboten, dass ich sie besuchen werde und das hab ich dann auch getan. Gegen 16:00 Uhr holte ich dann meine Freundin M. von der Arbeit bei der Barmag ab. Mit ihr fuhr ich nicht direkt nach Hause, sondern erneut in die Stadt. Sie musste sich bei einem Arzt ein Rezept abholen und ich konnte bei der Gelegenheit noch ein Brot aus der Bäckerei mitnehmen. Der Abend bei meiner Freundin verlief sehr harmonisch und war wirklich super. Gegen 22:00 Uhr musste ich mich dann aber auch auf den Weg nach Hause machen.

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