Erste Vorlesung in John L. Austins Zur Theorie der Sprechakte

Ähnlich wie auch die Materialien zu McLuhan, dient mir Austin zur Vorbereitung auf dieselbe mündliche Prüfung. Ich werde nämlich nur zur Hälfte über die Inhalte meiner Hausarbeit abgefragt und darüber hinaus noch zu den Inhalten einer Einführungsvorlesung in die Sprach- u. Kommunikationswissenschaft, für die ein 10 Titel umfassender Literaturkanon vorgegeben ist, den man für die Prüfung parat haben muss. Eigentlich sind bloß die Vorlesungen 7 bis 10 relevant für die Prüfung, doch kann man wenig grundlegendes Verständnis für die Aussagen von Austin zur Sprechakttheorie entwickeln, wenn man nicht bei den Grundlagen beginnt. Ich hab auch hier den Vorteil, dass mir ein Teil davon schon bekannt ist. Nun, wie dem auch sei, ich kann jetzt noch nicht abschätzen, ob und wieviele der Vorlesungen Austins ich bearbeiten werde. Hier sei kurz der Inhalt der ersten Vorlesung referiert, damit der geschätzte Leser sich ein Bild davon machen kann – oder auch nicht – worum es geht (Link zu Amazon).

Im Wesentlichen beginnt Austin in der ersten Vorlesung zum Einstieg damit, die philosophische und linguistische Situation im Kontext des Begriffs “Aussage” zu skizzieren. An dieser Stelle möchte ich jedoch nicht weiter darauf eingehen. Für ihn selbst ist eine Aussage nicht nur eine Aussage, sondern darüber hinaus in vielen Situationen eher so etwas – wie er es nennt -, wie eine performative Äußerung. Darüber hinaus wird er, so viel vorweg, noch weitere Kategorien eröffnen und über die performative Äußerung hinaus noch weitere Sprechakte differenzieren. Wie stellt sich nun seine erste Annäherung an den Begriff der performativen Äußerung dar? Dieser Begriff

“soll andeuten, daß jemand, der eine solche Äußerung tut, damit eine Handlung vollzieht – man faßt die Äußerung gewöhnlich nicht einfach als bloßes Sagen auf” (S. 30).

Dazu lässt sich sagen, dass

“[d]as Äußern der Worte […] sogar das entscheidende Ereignis im Vollzuge der Handlung” (S. 31)

ist. Allerdings schränkt Austin ein, dass es immer nötig ist,

“daß die Umstände, unter denen die Worte geäußert werden, in bestimmter Hinsicht oder in mehreren Hinsichten passen” (ebd.).

Zusätzlich sind mitunter weitere von der Äußerung und der etwaigen, damit vollzogenen Handlung weitere Handlungen z. B. von Außenstehenden notwendig (vgl. ebd.). Außerdem sei der Vollzug einer Handlung auch

“auf andere Weise als mit der performativen Äußerung” (ebd.)

vollziehbar. Gewissere innere Akte, z. B. gewissermaßen die Ernsthaftigkeit in der Absicht der Handlung, die beim Vollzug derselben evtl. als Kriterium betrachtet werden müssten, scheiden als Kriterium zur Differenzierung einer performativen Äußerung aus (vgl. S. 32). Austin gibt abschließend noch zu bedenken, dass bei performativen Äußerungen, wie bei manchen anderen ebenso, die Frage nach der Wahrheit oder Falschheit nicht in der normalen Kategorie von wahr oder falsch beantwortet werden kann. Diese Differenzierung nach den normalen Kategorien von wahr oder falsch hat ebenso, wie die inneren Akte, keinen Einfluss auf die Differenzierung performativer Äußerung (vgl. S. 33f.).

Auch an dieser Stelle folgt die Literaturangabe, damit der geneigte Leser evtl. auf denselben Seiten nachschlagen kann.

Austin, John Langshaw, 2002 (1962): Erste Vorlesung. S. 25-34 in: Ders. (Hrsg.): Zur Theorie der Sprechakte. (How to do things with Words). Bibliographisch ergänzte Ausgabe, Stuttgart: Reclam. (=Universal-Bibliothek. 9396)

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