Musikindustrie contra MP3

Einige unter euch werden sich sicherlich noch erinnern, als vor knapp einem Jahr der RIO MP3 Player von Diamond Multimedia auf den Markt kam, und sich bis dahin bereits viel getan hatte im MP3 Sektor. Umso erstaunlicher für alle, die diese Nachricht vernahmen, war es dann doch, dass die Musikindustrie den RIO von Diamond verbieten lassen wollte. Das Gerichtsverfahren ist derweil abgeschlossen und Diamond Multimedia hat gewonnen, sie dürfen ihren Rio vertreiben – Gott sei Dank. 😉

Es gibt eine Vielzahl von portablen MP3 Playern – obwohl der RIO immer noch mein Favorit ist, umso mehr freut es mich, dass das Gerät jetzt mit mehr Speicher ausgeliefert wird. Noch habe ich keinen, doch ich bin mir sicher, irgendwann werde ich einen haben. Konsortien noch und nöcher grübeln darüber, wie es denn möglich sei, die MP3-Euphorie zumindest noch in die richtigen Bahnen zu lenken. Denn seien wir ehrlich, in einem Punkt hat die Musikindustrie ja Recht, ein Großteil der aktuellen Titel werden als MP3 aus dem Netz herunter geladen; wer macht das nicht?! Nun will die Industrie die MP3-Dateien mit Wasserzeichen füttern oder andere Schmankerl an die Datei anhängen, oder beim Onlinebummel samt Download vollziehen, damit sie bloß nicht weitergegeben werden kann. Ich finde, das ist nicht der richtige Weg. Denn zu allererst, jeder der seine Musik im Laden gekauft hat, auf welchem Medium auch immer, war froh, dass er sie auch auf ein anderes Medium kopieren, respektive überspielen konnte, und so in der Lage war, die Musik z. B. im Auto oder unterwegs zu genießen. Mit einem CD-Brenner kann man sich hervorragend eine Audio-CD selbst zusammenstellen, und da will die Industrie Verfahren entwickeln, die uns das nicht mehr ermöglichen sollen? Auch wollten sie dem RIO von Diamond ein Modul einsetzen – Diamond sei dank, dass dies im neuen Modell noch nicht drin steckt -, welches eine Art Zertifizierung durchführt und nur online gekaufte MP3s abspielt. Noch ein Hinderniss sehe ich für die Musikindustrie, selbst wenn sie das System einführen: Hinz und Kunz können mittlerweile vom heimischen Rechner aus eine gekaufte Audio-CD digitalisieren und MP3-Dateien daraus machen. Wozu also all der Aufwand, all der Trubel? Wie wäre es mit einem anderen Verfahren, wie wäre es, wenn die Musikindustrie die vielen MP3-Seiten im Internet, respektive ihre Webmaster, verfolgt und ins Kittchen werfen würde?! Mein Ding wär das freilich nicht, ich würde die lieben Webmaster alle ihrer Arbeit nachgehen lassen. 🙂 Zukunftsaussichten? – Ein Rio mit 64 MByte on Board und Autoradios mit MP3-Unterstützung sind in der Mache, und MP3 ist höchstens durch einen noch besseren digitalen Musikstandard ablösbar, nicht aber durch die Musikindustrie.

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