Deskriptive, soziale und expressive Bedeutung – Teil 1

Das 2te Kapitel Deskriptive, soziale und expressive Bedeutung aus Sebastian Löbners Buch “Semantik. Eine Einführung” werde ich wahrscheinlich in 3 Teile gliedern. Es folgt an dieser Stelle nun der erste Teil, der den Bereich der Ausdrucksbedeutung näher erläutern wird (vgl. S. 23), und zwar im Hinblick auf die Konzeptualität von Bedeutung einerseits und einen Teil des Bereichs der deskriptiven Bedeutung bis zur Erläuterung des Referenzbegriffs. Die Erläuterung des Wahrheitsbegriffs in Bezug auf die deskriptive Bedeutung wird im zweiten Teil erfolgen.

Kapitel 2.1 wird von Löbner mit dem Titel Bedeutungen sind Konzepte überschrieben. Er untergliedert das Unterkapitel dann noch ein Mal, und zwar in einen Abschnitt für die Wortbedeutung (2.1.1) und einen für die Satzbedeutung (2.1.2). Als Bedeutung eines Ausdrucks könnten wir zunächst versucht sein, eine allgemeine Beschreibung als adäquat heranziehen zu wollen. Ausdrücken kann ihre Bedeutung jedoch nicht angesehen werden (vgl. S. 24). Wir unterstellen eine sprachliche Kommunikationssituation, dann wird in dieser ein Wort oder Ausdruck in Form eines lautlichen Musters kommuniziert. Dieses wird, so wird in der Semantik unterstellt, nur wiedererkannt, weil es im Kopf des Rezipienten abgespeichert ist (vgl. ebd.). Die Bedeutung zu dem dazugehörigen lautlichen Muster sei im Kopf ebenfalls in Form einer mentalen Beschreibung vorhanden, die in Zukunft Konzept genannt werden wird.

Die Bedeutung eines Satzes variiert nicht in der Idee des Konzepts; man spricht hierbei aber nicht von einem Konzept für einzelne Entitäten, wie bei der Bedeutung von einzelnen Ausdrücken, sondern einem Situationskonzept, wie Löbner es nennt (vgl. S. 26f.). Der bereits in einem anderen Artikel erwähnte Bottom-up-Prozess, der beim Verstehen durchlaufen wird, erzeugt als Ergebnis einer abschließenden Komposition ein komplexes (Situations-)Konzept. In Kapitel 2.2 Deskriptive Bedeutung schränkt Löbner den Wirkungsbereich des Konzeptbegriffs auf einen Teil der Gesamtbedeutung, nämlichen den deskriptiven Teil, ein. Dieser ist für Referenz und Wahrheit relevant und wird mitunter auch als propositionale Bedeutung anstelle von deskriptive Bedeutung bezeichnet (vgl. S. 27). Das Kapitel 2.2 wird von Löbner in 3 Teile aufgeteilt; über den ersten Teil 2.2.1 Deskriptive Bedeutung und Referenz, soll an dieser Stelle noch geschrieben werden, über die beiden anderen Teile wird im zweiten Teil zu lesen sein. Es geht zunächst um Wortbedeutung und Referenz. Wörter und Ausdrücke referieren allesamt auf etwas, z. B. Objekte (und Personen), ein Ereignis, die Zeit, usf. Löbner formuliert in Anschluss an das bisher referierte folgende Definition für die Wortbedeutung.

“Die deskriptive Bedeutung eines Inhaltswortes ist ein Konzept für seine potenziellen Referenten” (S. 29, Hervorhebung entfernt).

Als Propositionen bezeichnet man die deskriptive Bedeutung von Sätzen. Bei Sätzen verhält es sich ganz analog zu den Wörtern, nur dass ein Satz auf eine oder mehrere Referenzsituationen referiert.

“Die Referenten der einzelnen referierenden Elemente des Satzes sind Komponenten der Referenzsituation; sie bilden zusammen, in ihrer besonderen Konstellation, einen komplexen Sachverhalt” (ebd.)

Für die Proposition gibt Löbner ebenfalls eine Definition wie folgt an:

“Die deskriptive Bedeutung eines Satzes, seine Proposition, ist ein Konzept für seine potenziellen Referenzsituationen” (S. 30).

Darüber hinaus kann man sagen, dass Wörter und grammatische Formen ihren Beitrag zur Satzbedeutung leisten, der sich als deskriptive Bedeutung der jeweiligen einzelnen Elemente auffassen lässt.

Löbner, Sebastian, 2003: Semantik. Eine Einführung. – Berlin u. New York: de Gruyter.

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