Sommerkirmes 1999 in Düsseldorf

Wenn man nach Düsseldorf auf die Kirmes will, dann kann man das entweder mit dem Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen. Nun wir, das waren K., ihr Freund L., Sa., Se. und ich, haben uns für letztere Möglichkeit entschieden. Zu mehreren, und wenn man nicht genau weiß, wie man dort hinkommt und ob man auch ohne Promille wieder zurückgekommen wäre, nimmt man wohl besser die Bahn. Genau, die Deutsche Bahn. Natürlich schlägt man dann noch online in der Fahrplanauskunft nach und erkundigt sich über Zeiten und Strecken, die man fahren muss.

Wir sind also an unserem heimischen Hauptbahnhof (HBF) in den Zug Richtung Solingen Oligs eingestiegen, dort umgestiegen in den Zug nach Düsseldorf. Einmal am HBF Düsseldorf angekommen, geht’s mit der U-Bahn weiter. “Komisch, wieso ist denn heute so viel los? Wollen die etwa alle zur Kirmes?”, fragen wir uns, als wir 2 Mal vergeblich auf eine U-Bahn warten, die für uns noch einen Platz hat. Ein Glück, dass die hier im Minutentakt fahren. Nun fahren wir über irgendeine Rheinbrücke und ich kann die Beleuchtung schon erblicken, ein hübsches Szenario eigentlich. Wir steigen aus und machen uns auf den Weg – wirklich viele Leute hier. Noch kommen wir zügig vorwärts. Sa. besucht eine der Attraktionen, aber unser eigentliches Ziel ist das Abschlussfeuerwerk. Es war bereits Abend, als wir von Remscheid los sind, und nun ist es ungefähr halb elf Uhr in der Nacht und das Feuerwerk beginnt. Während Sa. und Se. sich noch auf einer Attraktion befinden, schauen wir anderen 3 uns in Ruhe das Feuerwerk an. Die anderen beiden stoßen natürlich noch zu uns, als sie einmal, nein zweimal in die Luft geschossen und fast ungebremst wieder der Schwerkraft ausgesetzt worden sind.

Das Feuerwerk ist wohl nicht schlecht. Gut, ich bin der Meinung, es hätte ruhig noch besser sein können, aber die Atmosphäre zu der Zeit hätte für Verliebte nicht besser sein können. Nein, meiner einer ist nicht verliebt, aber schön für K. und L., dass wenigstens sie sich in den Armen liegen konnten. Das Feuerwerk war irgendwann zu Ende und wir machten uns auf den Weg gen Ausgang. Doch, oh Schreck, wir hatten nicht mitbekommen, dass es noch viel viel mehr Leute auf der Kirmes geworden sind. Die nächsten Minuten sind nichts für schwache Gemüter und welche, die es werden wollen. 🙂 Wir hatten wirklich zu kämpfen bis wir am Ausgang ankamen. Von überall wurde gedrückt und geschoben. Wie schön, dass man sich dabei näher kommt. Ob nun bekannte oder unbekannte Gesichter, hin und wieder musste man diesen ganz schön auf die Pelle rücken. Am Ausgang dann wurde es noch heftiger. Noch weniger Platz und noch mehr Menschen, die gleichzeitig rein und raus wollten. Schlechte Organisation hat wohl dazu geführt, dass es nur einen Ausgang gab und dort Tausende von Menschen versuchten sich durchzudrängeln.

Wir nahmen dann wieder die zweite U-Bahn, weil in der ersten kein Platz mehr gewesen war. Am Düsseldorfer HBF war noch genug Zeit, sich mit etwas Essbarem in Form von Pizza (HUT) einzudecken. Wer es denn mochte, bestellte sich ein paar leckere Stücke Pizza und aß sie im Anschluss genüsslich auf. D. h., nein, Sa., nett wie er ist, hat eines abgegeben, weil er nicht mehr konnte. Einem Wildfremden, der ihm vorher schon auf die Pelle gerückt war und ihm einen Guten Appetit gewünscht hatte. Und dann im Zug? Nicht genug, dass dermaßen viele Leute zurück wollten – überall und nirgends hin. Wenn man versuchte, einen Sitzplatz zu ergattern, wurde man hochnäsig von einer Frau angemacht, die sich doch für eine Ärztin hielt, es vielleicht sogar war, und ihren Bekannten Plätze reservieren wollte. Ich persönlich wäre damit zufrieden gewesen und hätte ihr die Plätze überlassen, doch den Kommentar danach, hätte sie sich sparen können. Ich hatte noch ein Stück Pizza in der Hand und sie meinte in die Menge hinein, dass man mit etwas zu Essen gar nicht in diesen Zug einsteigen dürfe. Mein Kommentar dazu? Ihr hab ich das natürlich nicht auf die Nase gebunden, hätte ich aber liebend gerne: “Leute, die mit solch einem Mundwerk aufstehen, sollten wohl lieber gleich zu Hause bleiben.” Die Kirmes ging am 23.07.1999 zu Ende, das war auch der Tag unseres Besuches dort. Den Bericht allerdings habe ich erst heute nachträglich verfasst.

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